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Dieser Mann hat die Zeit im Griff

Umstellung Chemnitzer Uhrmacher Dirk Röder im Gespräch

Fest steht nur das: In der Nacht zum Sonntag, also am 28. Oktober 2018, werden um drei Uhr morgens alle Uhren um eine Stunde zurück gestellt, auf die "normale" Mitteleuropäische Zeit (MEZ). Wie im kommenden Jahr die Uhren ticken werden? Man weiß es nicht. Geplant ist als Ergebnis einer EU-weiten Umfrage die Zeitumstellung im Frühjahr und Herbst abzuschaffen, aber ob es tatsächlich so kommt? Man darf auf mannigfaltige Diskussionen gespannt sein. Für Uhrmacher Dirk Röder (Foto), der an der Zwickauer Straße in Chemnitz eine Uhrmacherwerkstatt und ein Uhrenmuseum betreibt, ist klar: "Ich habe nichts gegen die Zeitumstellung. Und sollte man künftig wirklich darauf verzichten, plädiere ich für die Beibehaltung der Sommerzeit."

Freiheitsglocke erklingt

Betritt man das Uhrenmuseum, erklingt die Berliner Freiheitsglocke. "Der RIAS Berlin hat früher das Geläut gesendet und ich habe es aufgenommen", erklärt Dirk Röder. Und auch ansonsten tickt und klickt überall es in den Museumsräumen, zumal wenn der Hobbysammler einzelne Uhrwerke vorführt, wie etwa das älteste aus der Zeit um 1480. "Das habe ich kurz nach der Wende auf einem Flohmarkt in Dresden erstanden." Die größte Turmuhr der Sammlung stammt aus der Chemnitzer Petrikirche und ist eine Dauerleihgabe. Insgesamt hat der 49-Jährige - die Sammelleidenschaft hatte ihn schon als Kind gepackt - über die Jahrzehnte 80 Turmuhren, 180 Haupt- und Signaluhren sowie 20 Steck- oder Stempeluhren zusammengetragen. Nicht alle kann man in der Ausstellung sehen, die im Frühjahr 2012 eröffnet wurde. Denn noch immer ist sie im Aufbau begriffen, fehlen Zeit und Mittel, die Wünsche und Vorstellung umzusetzen. Der Betreiberverein hat nur wenige aktive Mitglieder, Unterstützung seitens der Stadt Chemnitz gab es bislang nicht.

Trauer um Schloss Lichtenwalde

In einem der Räume betreibt der Uhrmacher eine Werkstatt, in der er von der Armbanduhr bis hin zur Standuhr alles repariert, was ihn die Kunden anvertrauen. Besonders haben es ihm historische Uhrwerke angetan, der Technik wegen, die er auch mit alten Werkzeugen in einer Schauwerkstatt demonstrieren kann.

Dirk Röder trauert noch immer der Zeit im Schloss Lichtenwalde nach. "Die Ausstellung auf 300 Quadratmetern dort stand kurz vor der Perfektion. Die Besucherzahlen waren im Laufe der acht Jahre stetig gestiegen. Doch mit dem Einzug der Sammlung Brühl musste ich 2008, wie andere Mieter auch, aus dem Schloss raus." Zwei Monate dauerte es, bis alle Exponate an verschiedenen Orten gelagert werden konnten, mehrere Jahre brauchte es, bis das Objekt neben dem Straßenbahnmuseum in Chemnitz als neues Domizil für das Uhrenmuseum gefunden war. Besuche sind derzeit nur nach telefonischer Vereinbarung (Ruf: 0177/2835356) möglich. Viele Details zum Uhrenmuseum findet man auf der Homepage des Vereins unter der Adresse www. uhrenmuseum-chemnitz.de



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