Digro stellt Insolvenzantrag

Wirtschaft Großhändler für Bürobedarf sucht neue Investoren

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Auf der Suche nach einem Investor: Der Fachhandel für Bürobedarf Digro in Altmittweida. Foto: Dennis Heldt

Altmittweida. Dem mittelständischen Großhändler für Bürobedarf "Digro GmbH" droht die Zahlungsunfähigkeit. Das Familienunternehmen reichte vor knapp zwei Wochen einen Insolvenzantrag beim zuständigen Amtsgericht in Chemnitz ein. Dies bestätigten sowohl das Unternehmen als auch der zuständige Insolvenzverwalter Rüdiger Bauch von der Anwaltskanzlei Schultze und Braun Ende vergangener Woche.

Wie es nun konkret weitergehe, sei bislang noch offen: "Wir befinden uns bereits in Gesprächen mit potenziellen Investoren, um kurzfristig eine Lösung für das Unternehmen zu finden und somit einen Neustart zu ermöglichen", so Insolvenzverwalter Bauch. Aktuell verschaffe man sich dabei gemeinsam mit dem Geschäftsführer des Unternehmens Holger Dittrich einen Überblick über die Ausgangslage.

Es können mehrere Ursachen für die Probleme genannt werden

"Die Liquidität ist sehr angespannt. Wir brauchen schnelle Entscheidungen eines potenziellen Investors, auch um die bestehenden Kundenbeziehungen für die Zukunft zu sichern", so der vorläufige Verwalter weiter. Das Unternehmen mit Sitz im Altmittweidaer Gewerbegebiet vertreibt eigenen Angaben zufolge seit mehr als 80 Jahren Schreibwaren, Papier, Verpackungen und Bürotechnik von Markenherstellern.

Digro produziert dabei nicht selbst, sondern kauft und verkauft diverse Büroutensilien und Verpackungen. Als mögliche Ursachen für die wirtschaftliche Schieflage nannte Geschäftsführer Dittrich die fehlerhafte Installation eines neues Warenwirtschaftssystems, ein geringeres Auftragsvolumen Ende 2016 und Probleme bei der Zahlung auf Vorkasse:

Das Gehalt der Mitarbeiter ist vorerst abgesichert

"Die Bezahlung der eingekauften Waren erfolgt bei den meisten Herstellern nur per Vorkasse. Das anschließende Umschlagen der Ware und der Verkauf an unsere Kunden führen dazu, dass wir erst 50 bis 60 Tage später mit Erlösen rechnen können", so Dittrich. Zum Kundenstamm des Familienunternehmens gehören Großkunden aus Industrie und Handel, öffentliche Verwaltungen, Kliniken sowie mittelständische Unternehmen.

Seit 2006 besitzt der Bürogroßhändler auch einen eigenen Online-Shop. Derzeit sind 49 Beschäftigte bei Digro angestellt, deren Gehalt über das Kurzarbeitergeld abgesichert ist. Die Agentur für Arbeit prüfe außerdem die Zahlung von Insolvenzausfallgeld. Die "Digro GmbH" wird mittlerweile in der 4. Generation geführt, neben dem Hauptsitz in Altmittweida verfügt der Großhändler auch noch über einen Standort in Dresden.