"Dom & Klang" im Lutherjahr

Führung Christoph Noth hält Führung unter dem Motto "Dem Volk aufs Maul geschaut"

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Superintendent Christoph Noth freut sich auf seine erste "Dom & Klang"-Führung. Foto: Wieland Josch

Freiberg. Christoph Noth steht inmitten des Freiberger Doms St. Marien und schaut sich um. Der Superintendent des Kirchenbezirkes Freiberg kennt hier praktisch jeden Mauerstein, doch ist er immer wieder beeindruckt von der Schönheit dieses Gotteshauses, welches nicht allein durch seine hervorragenden Sehenswürdigkeiten wie etwa der Großen Silbermann-Orgel, der Goldenen Pforte, der Tulpen- und Bergmannskanzel oder der Grablege der Wettiner Bedeutung erlangt hat. Der Dom ist auch ein Stein gewordener Begleiter des Reformationsgeschehens vor 500 Jahren.

Es gibt viele Geschichten zu erzählen

Am 1. Januar 1537 fand hier der erste lutherische Gottesdienst mit Abendmahl auf dem Gebiet des albertinischen Sachsen statt, initiiert von Heinrich dem Frommen, der damals noch nicht Herzog war, und seiner Frau Katharina. Später fand der Herzog seine letzte Ruhestätte im Dom. Dies ist nur eine Geschichte von vielen, welche erzählt sein wollen, gerade im Reformationsjahr. Christoph Noth wird dies als einer von vielen tun.

"Dem Volk aufs Maul geschaut"

Am 6. Mai ist er es, der die Reihe "Dom & Klang" mit einer Führung eröffnet. Ab 17.30 Uhr lautet das Motto "Dem Volk aufs Maul geschaut", ein Zitat Luthers, entnommen einer Schrift über das Dolmetschen. Allzu viel möchte Noth noch nicht über seine Führung verraten. "Aber es geht um das Aufheben von Distanzen zwischen dem Priester und der Gemeinde, die schon allein durch die Abhaltung des Gottesdienstes in Deutsch klar wird", sagt er. "Das war immerhin eine jener Errungenschaften, dass ein Pfarrer auf einer Ebene mit den Gläubigen stand." Dies zeigte sich auch an der Innengestaltung der Kirchen und des Domes. Da lässt sich sehr viel Interessantes entdecken.

Untermalt wird die Führung durch Gesänge aus der Lutherzeit, welche die Domkurrende singt. "Das ist auch so ein Beispiel", sagt Christoph Noth. "Die Texte wurden aus dem Lateinischen ins Deutsche übersetzt und manchmal mit Melodien versehen, die jeder kannte und mitsingen konnte."