Drei Kameraden zum 50-Jährigen Dienstjubiläum geehrt

Ehrung Drei Ringethaler wurden erst Brandschutzhelfer und dann Feuerwehrleute

Ringethal. 

Ringethal. Schon vor 56 Jahren stand für die drei Jungen Hans-Joachim Rolke, Bernhard Retzsch und Reinhard Müller fest: Wir gehen in die Arbeitsgemeinschaft (AG) Junge Brandschutzhelfer. Jetzt wurden sie für ihren 50-jährigen ehrenamtlichen aktiven Dienst bei der Feuerwehr vom Oberbürgermeister der Stadt Mittweida, Ralf Schreiber, geehrt.

Alles rund um die Feuerwehr gelernt

Damals besuchten die Zehnjährigen die 3. Klasse in Ringethal. Der Hausmeister der Schule, Martin Kertzsch war auch gleichzeitig für die AG verantwortlich. "Es war damals so, dass viele Jungen Brandschutzhelfer wurden, die Mädchen interessierten sich nicht dafür. Wir lernten alles rund um die Feuerwehr von der Pike auf und wurden mit 15 Jahren in die Feuerwehr übernommen", erinnert sich Hans-Joachim Rolke, der 20 Jahre lang Atemschutzverantwortlicher war.

"Nur" noch in der zweiten Reihe dabei

Für die technische Sicherheit in der Ortswehr sorgte Bernhard Retzsch, der Landmaschinenschlosser gelernt hatte und viele Jahre als LKW-Fahrer unterwegs war. Bei der Ringethaler Löschtruppe ist er seit 1968 Maschinist und lenkt das Einsatzfahrzeug. "Seit vier Jahren haben wir ein modernes Löschgruppenfahrzeug LF 10 mit 1200 Liter Wasser im Tank. Ich habe meinen Führerschein verlängert, um weiterhin an den Einsätzen teilnehmen zu können aber nur noch in der zweiten Reihe", erklärt der Kamerad, der noch bis 70 aktiv bleiben möchte.

Solidarität und Kameradschaft

Unterstützung bei der technischen Wartung erhält der 66-Jährige von Reinhard Müller, der sich bei einem Gruppenführer-Lehrgang qualifizierte und ein paar Jahre als Wehrleiter fungierte. "An viele Einsätze erinnere ich mich wie beispielsweise einmal zur Himmelfahrt, als wir bei großer Hitze eine Ölspur beseitigen mussten. Die anderen feierten und wir hatten Einsatz". Allen drei Feuerwehrleuten ist die Solidarität und Kameradschaft sehr wichtig, die zeigte sich auch beim Hochwasser 2002, als bei einem Kameraden 2,50 Meter hoch das Wasser im Haus stand. "Wir spendeten unsere Aufwandsentschädigung für die Einsätze ihm zur Beseitigung der Schäden", sagte Hans-Joachim Rolke, der auch Einsätze hatte, die Spuren bei ihm hinterließen.

Einsätze hinterlassen Spuren

Wie die Bergung eines Jet-Skifahrers in Kriebstein, der erst eine Woche nach dem Unglück im Wasser auftauchte, geborgen und abtransportiert werden musste. Angehörige kamen dazu und erlitten einen Zusammenbruch. "In solchen Situationen funktioniert man, tut was man muss, aber später nach dem Einsatz beschäftigt das einen so sehr, manches noch viele Woche", erzählt Hans-Joachim Rolke. Auch erinnern sich alle drei an den Großbrand 1978 bei dem ein Mastbullenstall mit 138 angeketteten Tieren brannte. Der Einsatz dauerte 36 Stunden. In der Wehr sind über 25 aktive Feuerwehrleute, der Jüngste ist 20 Jahre alt.