Dreister Bankraub im Kohrener Land

Aktion Wer hat gestohlene Bänke gesehen?

Langenleuba-Oberhain . Im Sommer vergangenen Jahres trafen sich Nicole Petzold, Enrico Kühn, Marina Laqua und Andreas Göricke, zwei befreundete Paare aus Langenleuba-Oberhain und Kohren-Sahlis, zufällig im Urlaub an der Mecklenburgischen Seenplatte. Bei einem gemeinsamen Abend wurde die Idee geboren, etwas für das Kohrener Land zu tun. Sie stellten fest, dass an den Wanderwegen kaum noch Bänke stehen.

Viel Herzblut für Eigenfertigung

"Somit beschlossen wir selbst Bänke zu bauen, um allen bürokratischen Hürden aus dem Weg zu gehen, auf rein privater Basis", berichtet Nicole Petzold, die auch die Langenleuba-Oberhainer Landfrauengruppe "Zur Sonneninsel" leitet. Die Bäume wurden im Privatwald gefällt, zurechtgesägt, das Holz geschliffen und letzt endlich als massive Bänke zusammengebaut. Schrauben und Farbe kauften die Pärchen selbst und steckten alle vier viel Freizeit in die Fertigstellung der Bänke.

Freude über neue Bänke

Ein Logo mit den Buchstaben "NEMA", welches für die Anfangsbuchstaben der Vornamen der Vier steht, wurde in die Lehnen gefräst. "Wir wollten kein großes Trara um die Geschichte und stellten eine Bank in das Pastholz bei Langenleuba und zwei weitere am 6. April auf dem Bahndamm zwischen Kohren-Sahlis und Streitwald auf. Wir konnten beobachten wie sich Spaziergänger freuten und die Bänke zum Ausruhen nutzten", berichtete Enrico Kühn.

Das böse Erwachen

Die beiden Bänke vom Bahndamm wurden nun an einem vergangenen Wochenende zum Entsetzen der vier Freunde gestohlen. Zuvor hatten sie bei einem Rundgang bemerkt, dass bereits eine davon mit Farbe beschmiert wurden. Nach dem dreisten Diebstahl haben wir die dritte Bank, die im Pastholz stand, schnell wieder zurückgeholt", berichtet Enrico Kühn, der jetzt darüber nachdenkt, die Bank an einem anderen Ort diebstahlsicher einzubetonieren.

Letzte Hoffnung auf Wiedersehen mit Bänken

Die vier Initiatoren sind nun etwas ratlos und immer noch sehr verärgert über diejenigen, die so achtlos mit den Werten anderer umgehen. "Falls sie doch das schlechte Gewissen einholt, können sie ja die Bänke in der Dunkelheit zurückschaffen", sagt Nicole Petzold, die noch ein wenig Hoffnung hat. Vielleicht sind jemandem auch die Bänke mit dem Logo irgendwo nach dem 9. Juni aufgefallen, der kann sich gern bei der Polizeistelle in Borna unter der Telefonnummer 03433/2440 melden.