Duell: Wer wird der neue Bürgermeister in Großschirma?

Wahl Rund 4.600 wahlberechtige Bürger entscheiden über neue Rathaus-Spitze

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Großschirma. Am 17. Juni 2018 wird in der Stadt Großschirma mit ihren Ortsteilen der Bürgermeister gewählt. Bis zum 15. Juni können Wahlberechtigte im Wahlamt in der Stadtverwaltung noch einen Wahlschein beantragen, um ihr Recht der Briefwahl in Anspruch zu nehmen.

Die neun Wahllokale sind am 17. Juni in der Stadt und den Ortsteilen von 8 bis 18 Uhr geöffnet. Als Termin für eine eventuell notwendige Neuwahl wurde der 8. Juli 2018 festgelegt. Für das Amt des Bürgermeisters der Stadt Großschirma kandidieren Volkmar Schreiter (FDP) und Dr. Rolf Weigand (AfD). BLICK-Reporter Ulli Schubert stellte jedem der beiden Kandidaten vier Fragen.

Der Amtsinhaber: Volkmar Schreiter steht für lange Erfahrung

Volkmar Schreiter, 57 Jahre, verheiratet, drei Kinder, Diplom-Agraringenieur, Bürgermeister seit 2003, Mitglied der FDP seit 2006, Mitglied des Kreistages Freiberg/Mittelsachsen seit 1999, Fraktionsvorsitzender der FDP im Kreistag seit 2012.

Herr Schreiter, warum sollten die wahlberechtigten Bürger Sie (wieder-)wählen?

Weil in den zurückliegenden vierzehn Jahren viel Neues und Gemeinschaftsdienliches in all unseren neun Ortschaften entstanden ist. Die kommunale Infrastruktur wurde wesentlich verbessert, davon zeugen unsere beiden Grundschulen, unsere Turnhallen und Kindergärten sowie die Gerätehäuser unserer sieben freiwilligen Feuerwehren.

Viele Vorhaben, die das Vereinsleben befördern, wurden gemeinsam mit den Vereinen umgesetzt. Als Grundlage hierfür konnten wir nach dem Zusammenschluss mit Siebenlehn zunächst einmal die Finanzen unserer Kommune in Ordnung bringen und stabilisieren. Dies ist ohne nennenswerte Erhöhungen der Steuern und Gebühren gelungen, darauf dürfen wir zu Recht stolz sein.

Was können Sie besser als Ihr Mitbewerber um das Amt?

Zunächst einmal verfüge ich natürlich über die notwendigen Berufserfahrungen, welche die Tätigkeit in diesen zwei Amtsperioden mit sich bringt. Des Weiteren über die entsprechenden "Netzwerke", die für dieses Amt wichtig und unerlässlich sind, um zum Beispiel Fördermittel für Bauvorhaben zu erlangen.

Außerdem habe ich bereits als Leiter eines Unternehmens vor meiner Tätigkeit als Bürgermeister langjährige Erfahrung in der Zusammenarbeit mit Menschen als auch in der Personalführung. In meinem vorherigen Beruf habe ich wichtige betriebswirtschaftliche Abläufe und den Umgang mit Finanzen und anderen Ressourcen kennengelernt.

Das Wichtige und Wesentliche und vor allem das Machbare zu erkennen und den Bürgern keine Illusionen zu verkaufen, zähle ich gleichfalls zu den Vorteilen meiner Person.

Welche drei Aufgaben würden Sie nach einem möglichen Wahlsieg umgehend im Interesse der Bürger der Stadt lösen?

Um es gleich vornweg zu sagen, es stehen wesentlich mehr als drei Aufgaben zur Lösung an. Die wichtigsten nächsten drei Einzelvorhaben sind die Sanierung des Kindergartens in Siebenlehn, die Schaffung eines "Ersatzsportplatzes" in Obergruna und die Sanierung der Muldenbrücke in Hohentanne.

Warum ist Ihnen das in Ihrer bisherigen Tätigkeit als Bürgermeister nicht gelungen?

Die genannten Einzelmaßnahmen stehen jetzt erst auf unserer Vorhabenliste bzw. hat sich die Problematik dazu zeitlich neu gestellt.

Der Herausforderer: Rolf Weigand steht für neue Impulse

Dr.-Ing. Rolf Weigand, 34 Jahre, verheiratet, zwei Kinder, promovierter Ingenieur für Keramik, Glas und Baustoffe, Mitglied der AfD seit 2013, Landtagsabgeordneter der AfD seit 2018.

Herr Weigand, warum sollten die wahlberechtigten Bürger Sie wählen?

Ich bin jung, dynamisch und habe Visionen für unsere Stadt. Mein Lebenslauf zeigt, dass ich trotz meines Alters schon eine Vielzahl erreicht und Erfahrungen, auch im politischen Bereich, gesammelt habe. Es wird Zeit für frischen Wind und neue Impulse für unsere Stadt. Dafür stehe ich.

Und all denjenigen, die Vorbehalte zu meiner Person haben, weil ich in der AfD bin, sei ganz klar gesagt: Sie wählen am 17. Juni 2018 eine Person und keine Partei. Ich bekenne mich zur freiheitlichen demokratischen Grundordnung und lehne jede Form von übler Nachrede sowie Sach- und Personenbeschädigung im politischen Miteinander, wie leider durch Beklebungen der Plakate von Herrn Schreiter geschehen, entschieden ab.

Was können Sie besser als Ihr Mitbewerber um das Amt?

Mein Anspruch ist es, ein Bürgermeister für die Bürger zu sein. Ich werde den Bürgern auf Augenhöhe begegnen und mit ihnen gemeinsam die Zukunft gestalten. Dazu gehört eben, Ideen und Vorschläge der Bürger aufzunehmen.

In den letzten Jahren wurde nur noch verwaltet und Themen wie der Windpark am Steinberg, der Ausbau der B101 oder die Errichtung von Kinderspielplätzen erst aufgegriffen, nachdem es Widerstand aus der Bevölkerung gab. Ich werde unsere Bürger ernst nehmen und ihnen als Stadtoberhaupt eine starke Stimme geben.

Welche drei Aufgaben würden Sie nach einem möglichen Wahlsieg umgehend im Interesse der Bürger der Stadt lösen?

Alle Kraft in einen Oberschulstandort im Stadtgebiet stecken, damit wir in den Schulnetzplan des Landkreises kommen. Dies entscheidet über die Zukunft unserer Stadt, denn nur so bleiben zukünftig unsere Kinder vor Ort verwurzelt.

In alle Abteilungen der Stadtverwaltung reinschnuppern, mit anpacken und die Verwaltung in den Dienst der Bürger stellen.

Politikverdrossenheit durch transparente Entscheidungen entgegenwirken und Bürgerversammlungen durchführen.

Wie wollen Sie Landtagsmandat und Tätigkeit als Geschäftsführender Gesellschafter einer Kapitalgesellschaft (GmbH) mit dem Amt des Bürgermeisters verbinden?

Wenn ich gewählt werde, werde ich mein Landtagsmandat aufgeben und meine Tätigkeit als Geschäftsführer wird ruhen. Somit kann ich mich voll und ganz auf die Aufgaben als Bürgermeister konzentrieren.

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