Dulig: Wider der Angstgesellschaft

Neujahrsempfang Mittelsachsens SPD setzt auf Martin Schulz

Martin Dulig lauscht gemeinsam mit den anderen Gästen den Ausführungen der Redner. Foto: Wieland Josch

Freiberg. Zugegeben: Das gab es lange nicht, dass eine Einladung der mittelsächsischen SPD einen derartigen Wiederhall findet. Der Kreisvorsitzende Henning Homann hatte gemeinsam mit der Freiberger Bundestagsabgeordneten Simone Raatz am Montagabend dieser Woche zum Neujahrsempfang in den Freiberger Brauhof geladen. Und es kamen viele, nicht allein die Mitglieder aus allen Teilen des Kreises, sondern auch Vertreter aus Wirtschaft, Kultur und Wissenschaft.

So der Rektor der TU Bergakademie Freiberg Klaus-Dieter Barbknecht oder Ralf-Peter Schulze, Intendant des Mittelsächsischen Theaters. Das hatte mit Sicherheit auch seinen Grund im Gastredner, denn mit Martin Dulig war nicht nur der sächsische Landeschef der Sozialdemokraten erschienen, sondern in Personalunion der stellvertretende Ministerpräsident und Wirtschaftsminister des Freistaates.

Doch über allem schwebte der Name eines Mannes, der gar nicht körperlich anwesend war und doch allgegenwärtig: Martin Schulz, der Kanzlerkandidat, welcher der Partei momentan phänomenale Umfragewerte beschert. "Natürlich wissen wir, dass es noch acht Monate bis zur Wahl sind und sehr viel bis dahin geschehen kann", sagte Dulig. "Aber lasst uns doch in diesem Moment einfach mal glücklich sein."

In einer Zeit, in der man glaubt, alles würde immer nur schlimmer und schlimmer gab es dazu keine Gegenbewegung. Jetzt schon, so der Redner. "Ich plädiere dafür, einer Angstgesellschaft, wie es sie bisher gab, eine Hoffnungsgesellschaft entgegenzustellen", forderte Martin Dulig nachdrücklich. "Und wenn ich das heute sage, dann ist das kein Wunschdenken mehr, sondern Programm." Man richte den Focus auf die, welche sich vergessen glauben, was mit Anerkennung und Respekt beginne.

Doch um eine gerechtere Gesellschaft durchzusetzen, dazu brauche es Frieden, nicht nur den auf der Welt, sondern auch den im Innern des Landes. Henning Homann sprach davon, dass das Bild Sachsens zu sehr von Neonazis bestimmt sei. Das sei aber falsch. "Doch Unrecht haben auch jene Schönredner, die aus missverstandener guter Absicht das Gegenteil behaupten", fügte er an und formulierte damit die Notwendigkeit, die Realitäten im Land anzuerkennen und auf sie zu reagieren, statt immer wieder schöne Farben darüberzulegen.

Simone Raatz verwies auf den nahenden Bundestagswahlkampf und stellte die Bildung als ihr zentrales Thema für die nächsten Jahre vor.