Durch Kunst zurück ins Leben

Ausstellung Werke von Strafgefangenen in der Hochschule Mittweida zu sehen

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Mitorganisator der Wanderausstellung "Resozialisierung durch Kunst" Jörg Wolfgang Krönert neben dem von einem Strafgefangenen gebauten Modell einer historischen Kanone. Foto: Dennis Heldt.

Mittweida. "Resozialisierung durch Kunst und Kultur", so heißt das neue Buch von Professor Frank Czerner von der Fakultät Soziale Arbeit der Hochschule Mittweida. Die gleichnamige Wanderausstellung mit Bildern, Modellen und Gedichten von circa zwanzig Strafgefangenen aus sächsischen Justizvollzugsanstalten ist seit der vergangenen Woche dabei ebenfalls in Mittweida zu sehen.

Aus der Waldheimer JVA, wo die Ausstellung als nächstes gastieren wird, stammen auch viele Ausstellungsstücke und dort wurde auch die Idee geboren: "Anlässlich von 300 Jahren JVA Waldheim im vergangen Jahr wurde die Idee der Aufbereitung von Häftlingskunst entwickelt. Dabei haben wir zuerst an einem Buch gearbeitet, welches sich mit der Resozialisierung durch Kunst beschäftigt, dann kam diese Ausstellung dazu", erklärte Czerner.

Hobby und Therapie zugleich

Die Besucher müssen dabei bestehende Vorurteile beim Betrachten der Werke nicht zwangsläufig ausblenden, sie gehören vielmehr dazu: "Die Werke haben nicht alle einen Bezug zur eigenen Straftat, wohl aber zur Auseinandersetzung der Taten", sagte der Mitorganisator der Ausstellung Jörg Wolfgang Krönert. Einige verurteilte Straftäter gehen mit ihren Werken dabei einem Hobby nach.

So entstanden beispielsweise detailgetreue, hochwertige Modellnachbildung einer historischen Feldkanone oder einer Dampflok. Andere versuchen die eigene Kunst zu nutzen, um sich mit dem Geschehenen intensiv zu beschäftigen: "Die Motivation für die Kunst kann auch der Wunsch nach einer Zukunft, nach einem Leben danach sein", meint Krönert.

Nach Ansicht von Professor Czerner helfe in vielen Fällen diese Kunst bei der Resozialisierung: "Durch die Kunst kann nicht nur eine Auseinandersetzung mit der Tat und mit sich selbst erfolgen, sondern auch Empathie für das Opfer entstehen." Noch bis Anfang August ist die Ausstellung im Zentrum für Medien und Soziale Arbeit (Haus 39) in der Hochschule Mittweida zu sehen.