Ein erfülltes Leben hat sich vollendet

Gedenken Horst Schreiter hat Jahrzehnte das Schnitzen mitbestimmt

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Trauer um Horst Schreiter. Der weithin bekannte Schnitzmeister wurde 91 Jahre alt. Foto: Ulli Schubert/Archiv (Kuerzel: su)

Borstendorf. In der vergangenen Woche haben Familienangehörige, Freunde und nicht zuletzt die Mitglieder des Borstendorfer Schnitzvereins Abschied von Horst Schreiter genommen. Von einem liebenswerten Menschen, der das Geschehen in der Gemeinde und darüber hinaus im Erzgebirge über viele Jahre mitgeprägt hat.

Gelernter Handwerker

Vielen in der Erzgebirgsregion wird er vor allem als ein begnadeter Schnitzer in Erinnerung bleiben, als jener Mann, der als erster das "Goldene Schnitzmesser" verliehen bekam. Nur eine von vielen Auszeichnungen.

Gelernt hat er das Handwerk als Kind einst in der Gewerbeschule Grünhainichen, doch der eigentliche Ursprung seiner Schnitzkunst lag in der Normandie, wo der gelernte Schlosser in der Kriegsgefangenschaft aus Kistenbrettchen die ersten Schachfiguren schnitzte. Das war dann auch lange Zeit seine Profession in Borstendorf, dem Schachdorf, nachdem er in Seiffen den Meisterbrief erlangt hatte.

Gründer einer Schnitzgruppe

45 Jahre lang war Horst Schreiter der Vorsitzende des Borstendorfer Schnitzvereins und gar fünf Jahrzehnte leitete er die von ihm gegründete Schnitzgruppe. Ganze Generationen von Kindern haben bei ihm das Schnitzen gelernt und Horst Schreiter selbst wurde vor allem durch seine Miniaturen bekannt.

Erst versammelten sich jene in einer Kokosnuss, dann in einer Wal- und einer Haselnuss und schließlich drehte sich gar in einem Kirschkern eine zweistöckige Pyramide. Er war ein Vorbild, dem viele nachgeeifert haben, der vielen Jungen und auch manch Erwachsenen die Faszination des Schnitzens vermitteln konnte.

Ein facettenreicher Mann

Aber Horst Schreiters Leben hatte noch viele Facetten mehr, so wie seine in Holz geschnitzten Geschichten. Er sorgte sich um den Erhalt erzgebirgischer Traditionen, liebte die Natur, seine Heimat - die Familie, natürlich, zuerst. Dass sich in Borstendorf eine Pyramide dreht, war auch sein Verdienst. Wie es dazu kam, hat er einst im Flöhatal BLICK beschrieben. Denn auch schreiben konnte der Schreiter Horst, er war Liedtexter, Vereins- und Ortschronist. All das wird bleiben.