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Ein ganz normaler Abschied

Amtszeit Oberbürgermeister Bernd-Erwin Schramm geht

Auf dem Schreibtisch des Freiberger Oberbürgermeisters Bernd-Erwin Schramm schiebt die griechische Sagenfigur Sisyphos tapfer und voller Anstrengung seine Steinkugel eine Schräge hinauf. Es ist anzunehmen, dass Yossi Shvo, Bürgermeister von Freibergs Partnerstadt Ness Ziona in Israel, mit diesem seinem Geschenk besonders die Mühen zum Ausdruck bringen wollte, welche das Amt hin und wieder bereit hält. Dies zumindest der Teil, mit dem sich Bernd-Erwin Schramm vielleicht identifizieren kann, doch weiß er auch um den Rest jener Sage. "Dass Sisyphos den Stein immer und immer wieder nach oben rollen musste, war ja bekanntlich als Strafe für seine eventuellen Unbotmäßigkeiten gegenüber den Göttern gedacht", sagt Schramm. Und so kann und will er sein Amt, welches er noch bis zum Freitag, den 31. Juli inne hat, auf keinen Fall sehen. Er nimmt die kleine Skulptur und kippt sie ein wenig an, so dass es statt einer Schräge nun eine Ebene ist, auf welcher der Stein rollt, sicher eine Erleichterung für den mythologischen Tausendsassa. "So habe ich meine Aufgabe eher gesehen", meint Schramm. Schwere Herausforderungen annehmen, Lösungen suchen, helfen. Das Büro des Oberbürgermeisters macht schon einen sehr aufgeräumten Eindruck. Wo sich sonst Papierstapel tummelten glänzt das Holz des Schreibtischs, ein wenig Hall schwingt mit beim Gespräch, denn es ist schon leerer geworden im Zimmer. Alles muss vorbereitet sein, wenn ab dem 1. August Schramms Nachfolger Sven Krüger hier Platz nimmt und mit seiner Arbeit beginnt. Auf die ruhigere Zeit, die ihn erwartet, bereitet sich Bernd-Erwin Schramm durchaus vor. "Ich bin jetzt schon beim abtrainieren", lacht er. Man hat ein wenig das Gefühl, als wäre der Vorgang für ihn ein ganz normaler Abschied. Doch gibt er zu, dass ihn Gesten und Geschenke dabei sehr berührten. Große Elogen und einen pathetischen Blick zurück mag er jedoch nicht. Aber eine Reminiszenz, die von Herzen kommt, gestattet er sich schließlich doch. "Es hat mir viel Spaß gemacht", sagt er. Nun denn: Glück Auf für die Zeit, die jetzt kommt.



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