Ein ganzes Bergwerk in einem Schrank

Ausstellung Corinna Jastram zeigt im Dorfmuseum Gahlenz ihre Buckelbergwerke

In einer Ausstellung im Dorfmuseum ist gegenwärtig etwas zu sehen, was es nicht gar so oft mehr gibt: Buckelbergwerke. Mit den schrankartigen Schaukästen zogen einst alte oder invalide Bergleute über die Jahrmärkten, um ihren kargen Lebensunterhalt aufzubessern. Noch seltener dürfte es sein, dass diese Zeugnisse erzgebirgischen Holzkunst von einer jungen Frau gefertigt worden sind.

Corinna Jastram ist, natürlich, im Erzgebirge geboren. Schon im Alter von neun Jahren begann sie in der Kinderschnitzgruppe in Cainsdorf mit dem Schnitzen. "Deren Leiter, Gunter Weiß, hat mir die Grundlagen des Schnitzens und vieles mehr beigebracht", berichtet die 25-Jährige, die heute in Chemnitz lebt und beim Chemnitzer Verlag als Beilagendisponentin arbeitet. Zahlreiche Lehrgänge an der Schnitzschule in Annaberg-Buchholz und weitere Fortbildungen standen seither auf dem Programm.

"Bei einem dieser Lehrgängen wurde ich von Wolfgang Süß aus Königswalde mit dem Virus Buckelbergwerke infiziert", erzählt sie lächelnd während ihrer Schnitzvorführung im Dorfmuseum. Rund ein halbes Jahr braucht sie für eines dieser Kunstwerke. "Für die Figuren verwende ich ausschließlich Lindenholz, ansonsten nehme ich alles an Material, was mir in die Hände fällt." Die Ausstellung im Dorfmuseum läuft nur bis zum 19. November. Danach hat die junge Frau jede Menge Termine mit ihrer Schnitzkunst zu absolvieren. "Mein Mann besteht darauf, dass ich am dritten und vierten Advent zu Hause bin. Aber davor bin ich wirklich ständig unterwegs." So auch bei den Tagen der erzgebirgischen Folklore am ersten Advent in der Chemnitzer Stadthalle. Und im neuen Jahr, da steht am 9. Januar schon die erste Ausstellung in der Baldauf-Villa Marienberg im Programm.