Ein kaputtes Dach eines Kirchgemeindehauses – und eine Frau mit Wolle und Hoffnung

Während Fördergelder beantragt sind, wächst im Kirchenvorraum in Mittelsachsen ein ganz besonderer Spendentopf

Taura

Es klappert im Gebälk, wenn der Wind über das Dorf zieht. Und wenn der Regen fällt, dann zeigt sich schonungslos, was längst sichtbar ist: Dieses Dach hat seine besten Zeiten hinter sich. Ziegel sind verschoben, an Dachfenstern dringt Feuchtigkeit ein, in zwei Wohnungen unter der Schräge haben sich bereits undichte Stellen bemerkbar gemacht.

Ein Haus, das Schutz geben soll, braucht selbst Schutz.

Für die Sanierung und Erneuerung des Daches des Kirchgemeindehauses werden nach aktueller Kostenberechnung 295.000 Euro benötigt.

Eine genehmigte Leaderförderung in Höhe von 115.015,17 Euro ist zugesagt, beim Regionalkirchenamt wurde ein außerordentlicher Zuschuss von 107.000 Euro beantragt.

Doch rund 73.000 Euro muss die Gemeinde aus eigenen Mitteln aufbringen – Geld, das zum Teil durch Spenden finanziert werden soll.

Und genau hier kommt Karin Lippmann ins Spiel.

Die kirchliche Mitarbeiterin und Kantorin hatte eine ebenso einfache wie poetische Idee. „Man kann doch einen gedanklichen Bogen spannen vom Dach eines Hauses zu Mützen“, sagt sie. „Beides schützt vor Kälte. Beides bewahrt, was darunter ist.“

Seitdem klappern die Stricknadeln. In vielen Stunden sind bunte, warme Wollmützen entstanden – jede ein Unikat, jede mit Geduld gefertigt.

Erhältlich im Vorraum der Kirche

Ausgelegt sind sie im Vorraum der Kirche, erhältlich bei Gottesdiensten und Veranstaltungen. Wer eine Mütze mitnimmt, nimmt nicht nur Wärme für den Winter mit nach Hause, sondern lässt zugleich ein Stück Hoffnung im Dorf.

630 Euro sind durch die Mützenaktion bereits zusammengekommen. Ein Betrag, der zeigt, was Herz und Hände bewegen können. „Ein bisschen stolz bin ich schon“, sagt Karin Lippmann. Und sie strickt weiter.

Ohne Unterstützung wird es nicht möglich sein

Die Gemeinde weiß: Ohne Unterstützung wird es nicht gehen. Doch sie weiß auch, dass sie sich auf ihre Menschen verlassen kann. Schon bei früheren Bauvorhaben – etwa bei der Erneuerung von Heizungen in Kirche, Gemeinde- und Pfarrhaus – war die Spendenbereitschaft groß. Es zeigt, wie sehr den Menschen die Funktionalität und der Erhalt ihrer Gebäude am Herzen liegen.

Unterstützung für das Kirchgemeindehaus

Wer dazu beitragen möchte, dass das Kirchgemeindehaus bald wieder zuverlässig Schutz bietet, kann die Aktion unterstützen – sei es durch den Kauf einer Mütze bei Gottesdiensten und Veranstaltungen oder durch eine Spende an:

Ev.-Luth. Kirchgemeinde Taura
Sparkasse Mittelsachsen
IBAN: DE66 8705 2000 3541 0000 14
BIC: WELADED1FGX
www.kirchetauraclaussnitz.de

Jede Hilfe – ob groß oder klein – ist ein weiterer Baustein auf dem Weg zu einem sicheren Dach.

Gemeinschaftsgefühl

Jede einzelne Mütze ist dabei ein sichtbares Zeichen von Unterstützung. Sie ist ein kleines Dach aus Wolle. Und vielleicht wächst mit jeder verkauften Mütze nicht nur der Spendentopf – sondern auch das Gefühl, gemeinsam etwas tragen zu können.

Karin Lippmann jedenfalls wird weiterstricken. Masche für Masche. Für ein Dach, das wieder schützt. Für ein Haus, das Zukunft hat. Und wieder mal zeigt sich, dass auch kleine Dinge, Großes bewirken können...

Habt ihr eine Meinung zu diesem Artikel oder einen Fehler entdeckt? Dann weist uns gern darauf hin.