Ein Leben für den Kegelsport: Ein Turnier voller Erinnerung und gelebter Leidenschaft in Rochlitz

Familie, Freunde und Weggefährten ehren in Rochlitz das Lebenswerk eines Mannes, der den Kegelsport mit Herz und Hingabe prägte

Rochlitz

Beim 1. Werner-Hofmann-Gedenkturnier in Rochlitz erinnern Familie und Kegelfreunde an einen außergewöhnlichen Menschen. Ein emotionaler Rückblick voller Nähe, Dankbarkeit und sportlicher Fairness.

Ein Tag voller Erinnerungen

Es liegt ein besonderer Klang in der Luft an diesem 18. April 2026. Das dumpfe Rollen der Kugeln auf der Bahn, das rhythmische Klacken der fallenden Kegel – für viele nur Geräusche eines Wettkampfs. Für die Familie Hofmann jedoch sind es Erinnerungen. Bilder. Gefühle.

Der Duft von Bohnerwachs und frischem Kaffee mischt sich mit leisen Gesprächen und herzlichen Umarmungen. Man spürt sofort: Hier geht es um mehr als Sport.

„Wenn es ums Kegeln ging, war kein Weg zu weit“, sagt die Familie über ihren Vater Werner Hofmann. Ein Satz, der an diesem Tag in vielen Köpfen nachhallt.

Ein Leben für den Kegelsport

Werner Hofmann war mehr als ein Spieler. Er war Herzstück, Antreiber, Organisator – ein Mensch, der den Kegelsport lebte. Ob als Nachwuchstrainer, Abteilungsleiter oder zuletzt als 1. Vorsitzender des Keglerverbandes Leipzig – er hinterließ Spuren, die bleiben.

Bis kurz vor seinem plötzlichen Tod im November 2025 stand er noch selbst auf der Bahn, aktiv für den SV Gersdorf. Die Kugel in der Hand, den Blick konzentriert nach vorn – so kannten ihn alle.

Seine Leidenschaft war ansteckend. Seine Hingabe grenzenlos.

Ein Turnier als Herzensangelegenheit

Dass es dieses Gedenkturnier überhaupt gibt, fühlt sich fast wie eine logische Fortsetzung seines Lebenswerks an. Initiiert von seiner Familie und getragen von seinen Weggefährten, wurde aus einer Idee ein bewegender Tag.

Die Resonanz? Überwältigend.

Geladen waren genau jene Vereine, die ihn zuletzt begleitet hatten: Einheit Tautenhain, SV Gersdorf, SpG Waldheim/Geringswalde und Motor Rochlitz.

Und sie alle kamen.

Sport, Fairness und echte Gemeinschaft

Was dann folgte, hätte Werner Hofmann wohl ein Lächeln ins Gesicht gezaubert. Fairer Wettkampf, ehrlicher Applaus, respektvoller Umgang – genau das, wofür er immer stand.

Zwischen den Würfen wurden Hände geschüttelt, Erinnerungen geteilt, Geschichten erzählt. Man hörte Lachen – und manchmal auch ein leises Schlucken.

„Ein besonderer Dank gilt Jens Petzold vom BSC Motor Rochlitz und seiner Frau Heike“, wertschätzt die Familie. Mit spürbarer Hingabe organisierten sie den sportlichen Ablauf und sorgten dafür, dass dieser Tag reibungslos und würdevoll verlief.

Ergebnisse, die verbinden

Am Ende stand natürlich auch ein sportliches Resultat:

  • 1. Platz: BSC Motor Rochlitz – 3222 Holz
  • 2. Platz: SpG Waldheim/Geringswalde – 3079 Holz
  • 3. Platz: SV Gersdorf – 2671 Holz
  • 4. Platz: Einheit Tautenhain – 2013 Holz

Doch an diesem Tag war das Ergebnis fast nebensächlich. Es ging um Zusammenhalt. Um Erinnerung. Um das, was bleibt.

Entscheidung zum Wanderpokal und künftigem Gedenkturnier

Beim Turnier am Samstag wurde zudem entschieden, dass der Pokal künftig als „Wanderpokal“ geführt wird. Darüber hinaus soll zu Beginn jeder Wettkampfsaison ein Gedenkturnier stattfinden, das vom Verein in Rochlitz eigenständig organisiert wird.

Ein Vermächtnis, das weiterlebt

Am Ende dieses Tages bleibt mehr als ein Turnier. Es bleibt das Gefühl, Teil von etwas gewesen zu sein, das größer ist als ein Spiel.

Ein Mensch, der durch Leidenschaft verband. Eine Familie, die Erinnerung lebendig hält. Und eine Gemeinschaft, die zeigt, was Sport wirklich bedeuten kann.

Oder, um es mit einfachen Worten zu sagen: Manche Menschen gehen. Aber das, was sie hinterlassen, rollt weiter – Bahn für Bahn.

Habt ihr eine Meinung zu diesem Artikel oder einen Fehler entdeckt? Dann weist uns gern darauf hin.