Die mittelsächsische Sportwelt trauert. Mit Siegfried Kempe hat sie einen ihrer prägendsten Persönlichkeiten verloren. Der ehemalige Fußballtorwart ist am 8. Februar 2026 im Alter von 88 Jahren verstorben. Der in Grünberg geborene, in Hohenfichte aufgewachsene Kempe, der Jahrzehnte in Erdmannsdorf wohnte und die vergangenen Jahre in Flöha lebte, war nicht nur ein tadelloser Sportsmann. Der verheiratete Familienvater war als Vorsitzender der BSG Fortschritt Erdmannsdorf auch dabei, als 1983 der Zschopautallauf aus der Taufe gehoben wurde, arbeitete als freier Sportberichterstatter für die Zeitung, moderierte in der Region die verschiedensten Sportveranstaltungen auf seine ganz charmante Art und wurde in der Adventszeit auch regelmäßig als Weihnachtsmann gesichtet.
Begeisterter Skatspieler
Der umtriebige Ehrenamtler engagierte sich bei der Volkssolidarität, verfasste geschichtliche Beiträge über seinen Heimatort und liebte es, Skat zu spielen. Der ehemalige Lehrer wusste stets über die Ergebnisse der Fußball-Ligen Bescheid. Kempe war schon längst Rentner, als er in Erdmannsdorf die „Bambinis“ immer noch aus dem Kindergarten zum Fußballtraining abholte. Er begeistere als Trainer mit Witz, Fachwissen und pädagogischem Geschick unzählige Kinder für den Fußball. Als Aktiver schaffte es Kempe einst in die Kreisauswahl, holte mit Hohenfichte den Kreispokal und stieg mit Augustusburg in die Bezirksliga auf.
Stets für das Gemeinwohl unterwegs
„Siegfried war rastlos für das Gemeinwohl unterwegs, er organisierte unzählige Veranstaltungen und hatte stets ein offenes Ohr für seine Mitmenschen“, sagt zum Beispiel Thomas Katzorreck, der Inhaber des Landgasthofes Erbgericht Erdmannsdorf. Udo Haußmann, der an der Oberschule Eppendorf als Sportlehrer unterrichtet, als Schulsportkoordinator arbeitet und als Hennersdorfer Sportinstitution gilt, würdigt ebenfalls Kempes Lebenswerk. „Er war ein lebensfroher und lebensbejahender, immer positiv eingestellter Mensch, der eigene sportliche Aktivitäten, Trainer- und Funktionärstätigkeiten sowie Organisations- und Moderationsgeschick in einem vereinte und so als Persönlichkeit über Jahrzehnte das Zschopautal prägte“, meint der begeistere Volleyballspieler.
Ohne Auto immer pünktlich
Kempe sei eine Persönlichkeit gewesen, welche es noch mit Stift, Zettel und öffentlichen Verkehrsmitteln meisterte, Leute zu erreichen und sie zu begeistern. „Auch ohne eigenes Auto standen seine von ihm betreuten Fußballteams immer pünktlich am Anstoßpunkt! Schade nur, dass er diese Zeilen selbst nicht mehr lesen kann. Vielen Dank für alles - Ruhe in Frieden lieber Sig“, erklärt Haußmann. Die Trauer ist groß. Den Hinterbliebenen gilt die tiefe Anteilnahme.
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