Ein Leben für die Indianer

Vorgestellt Ein Hohenstein-Ernstthaler und seine Leidenschaft

Gerd Neubert hat sich in seinem Leben so viel mit dem Thema Indianer beschäftigt - und trotzdem kann er sich noch genau an seinen Werdegang erinnern, der ihn zu dem heutigen Experten gemacht hat. "Los ging alles mit den DDR-Indianerfilmen", weiß er noch gut. "Diese haben mich - wie so viele andere - stark fasziniert und inspiriert." Zehn Jahre später fand der Hohenstein-Ernstthaler zur Sioux-Dakota-Indianistikgruppe auf dem Pfaffenberg, die damals schon seit Beginn der 1960er-Jahre existierte. "Wir haben dort Vorführungen gemacht oder Wettstreite, zum Beispiel mit Pfeil und Bogen, ausgerichtet. Leider hatte ich durch meine Lehrausbildung immer weniger Zeit, mich dort aktiv einzubringen." Er versorgte sich selbst mit Literatur und begann, typische, an Originale angelehnte Stickereien anzufertigen. 1996 nahm er Kontakt zum Team der Karl-May-Bühne am Oberwald auf, zeitweilig wohnte er sogar vor Ort: "Im Winter haben wir auch manchmal im Tipi geschlafen", blickt er auf die Zeit im Indianerdorf zurück und hofft gleichzeitig auf die Wiedereröffnung der Bühne 2016. Inzwischen ist er seit drei Jahren Mitglied des Fördervereins "Silberbüchse" des Karl-May-Hauses, seinen umfangreichen Fundus hat er diesem vermacht. "Dazu gehören auch Stickereien, Perlen oder Leder, die teilweise auch bei den Indianerfesten im Limbacher Tierpark genutzt werden." Dabei bleibt sein Verhältnis zu Karl May zwiegespalten: "Er hat die Indianer verherrlicht, teilweise sogar verniedlicht", ist Neubert kritisch. "Von seinem Schwarz-Weiß-Denken hat er sich erst spät gelöst." Warum aber überhaupt Indianer? "Es ist die Freiheit, die dabei gezeigt wurde - gerade zu DDR-Zeiten. Aber auch die Vielfalt der Stämme und deren Unterschiede ist einfach immer wieder faszinierend."