Ein Leben mit dem Holz

Handwerk Eppendorfer Drechslermeister ist auf den Märkten der Region unterwegs

An die 100 Aussteller drängten sich am Wochenende auf der Augustusburg zum Herbstsalon der Kunsthandwerker, und schiere Massen von Besuchern drängten sich zwischen sie auf dem Haferboden.

Während Uwe Germer aus Sondershausen, der fein gebundene Bücher im Sortiment hat, in die man selbst etwas schreiben kann, zum ersten Mal auf dem Schloss war, ist Frank Eppendorfer fast schon Stammgast. Und weil er und seine Frau Bärbel nicht einfach nur einen Stand aufgebaut haben, sondern der Drechslermeister sein Handwerk demonstriert, bilden sich nicht selten richtige Menschentrauben um ihn. Der neunjährige Johannes aus Dippoldiswalde ist so fasziniert, dass seine Mutti ihn mehrfach rufen muss. Vielleicht war er so beeindruckt, wie Frank Eppendorfer es Zeit seines Lebens war. "Ich kann nichts außer Holz", sagt der 63-Jährige. Er ist in der Werkstatt des Vaters in Zschopau mit dem Geruch des Holzes und dessen Bearbeitung groß geworden, bevor die Familie dahin umzog, wo sie hingehört: "Nach Eppendorf." Also gut: Der Eppendorfer betrieb dann seine eigene Drechslerei, nach der Wende stieg er in die Lehrausbildung ein. "Das war ein großer Glücksumstand und hat mir viel Spaß gemacht." Seit zehn Jahren ist er zudem Kursleiter an der Volkskunstschule Oederan, betreut in den Kursen Schüler zwischen neun und 62 Jahren. "Wer will, kann sofort einsteigen."

An manchen Samstagen trifft sich Frank Eppendorfer mit Schnitzer-Kollegen, von denen er einige noch aus dem Pionierschnitzzirkel in Zschopau kennt. An diesem Wochenende allerdings muss er nach Chemnitz, um in der Wichtelwerkstatt in der Stadthalle für strahlende Kinderaugen zu sorgen, wenn sie zuschauen können, wie auf der Drechselbank die Späne nur so fliegen.