Ein "Stück Limbach" lebt weiter

Tradition Bäckermeisterin fertigt den traditionellen Platzkuchen nach bewährtem Know-how

Als im Februar die Konditorei Heyde für immer schloss, wurde es vielen Einwohnern von Limbach-Oberfrohna bang: Was würde nun aus dem hauseigenen Platzkuchen werden, der jahrzehntelang weit über die Stadtgrenzen hinaus bekannt und beliebt war? "Ich kannte die Heyde-Zwillinge von Berufs wegen", blickt Katrin Mehner zurück. "Auch ich hatte bedauert, dass unsere Stadt damit eine der letzten Traditionen verlieren würde." Die junge Bäckermeisterin fragte nach und erfuhr, dass es mehrere Interessenten für eine Fortsetzung gab: "Ich habe mich dann mit Heydes getroffen und die Chemie stimmte gleich. Ich habe mir von den erfahrenen Kollegen viele Tipps und Tricks zeigen lassen und gleich mitgebacken." Dabei stellte sie fest, dass das Rezept allein nichts nützt: "Platzkuchen bieten inzwischen ja auch andere Bäcker an, und jeder macht ihn auf seine Art. Obwohl ich mittlerweile über mehrere Monate Erfahrungen sammeln konnte, muss ich immer noch sagen: Es bleibt eine Herausforderung, ist aber auch eine Ehre." Dabei meint die Chefin der Bäckerei Kempt, die seit 1903 in Familie geführt wird, die Herstellung des Teiges und das Abbacken: "Man braucht für diesen sehr weichen Teig Gefühl und ein "spezielles Händchen", meint sie schmunzelnd. Trotz des hohen Aufwands hat sie ihre Entscheidung noch keine Minute bereut. "Es bereichert das Angebot und ein Stück Limbach lebt damit weiter." In der Bäckerei Kempt wird ohnehin viel Wert auf reines Handwerk gelegt: Es soll kein Fließband laufen, Fertigmischungen gibt es nicht. Auch Oberbürgermeister Jesko Vogel ist froh, dass die Tradition bewahrt wird: "Wir haben unser 'Original' zur Präsentation regionaler Spezialitäten im Dresdener Landtag angeboten", erklärte er. "Ich selber genieße den Kuchen seit meiner Kindheit."