Ein Turm voll mit Raritäten

Museum Der Gerth-Turm in St. Egidien geht bald in die Winterpause

Der Winter naht in St. Egidien und damit ebenso die Schließzeit im Gerth-Turm. Das Heimatmuseum ist nur am ersten Novemberwochenende noch einmal geöffnet. Besucher sind dann am Samstag und Sonntag jeweils von 14 bis 18 Uhr in dem historischen Gemäuer und seinen Nebengebäuden willkommen. Hier warten Hunderte Exponate, die verdeutlichen, wie in Handwerk und Landwirtschaft in der Vergangenheit gearbeitet wurde. Die Leute staunen immer, wie viel es hier zu sehen gibt", sagt Museumsleiter Peter Reinhold, der so manche Raritäten präsentieren kann. Eine Schaukelbadewanne oder die orthopädische Hufeisensammlung gibt es beispielsweise im Museum. Die ältesten Exponate sind ein Mörser aus dem Jahr 1623 und eine Hochzeitstruhe, die 1631 entstand. Immer wieder werden Dinge im Museum angegeben, sodass die Sammlung seit der Eröffnung im Jahr 1979 kontinuierlich gewachsen ist. Eine Gruppe von etwa zehn Heimatfreunden kümmert sich um die Bewahrung des historischen Erbes der Gemeinde St. Egidien.

Weit in die Vergangenheit reicht die Geschichte des Gerth-Turmes. Er wird im 17. Jahrhundert erstmals urkundlich erwähnt, doch er könnte noch viel älter sein. "Denkmalpfleger haben Untersuchungen vorgenommen", berichtet Reinhold. Die Bauweise deute zumindest darauf hin, dass das Bauwerk zu den Gründerbauten des Ortes gehörten könnte und möglicherweise sogar in die Zeit des 13. Jahrhunderts fällt. Zwecks des Turmes war es, Lagerraum für Produkte der Landwirtschaft zu schaffen. Unter Umständen war er auch Zufluchtsort, wenn den Menschen Gefahr drohte. Heute bietet der Gerth-Turm einen interessanten Einblick in die Vergangenheit, unter anderem mit bemalten Kacheln, historischen Instrumenten und vielen Werkzeugen, die längst in Vergessenheit geraten sind. Anfragen für zusätzliche Besuchstermine sind unter der Nummer 037204/86795 oder per E-Mail an heimatmuseum@st-egidien.de möglich.