Ein Zelt ist kein Luxushotel

Besuch Sven Krüger besichtigt Asylbewerberunterkunft

Die Miene von Sven Krüger ist sehr ernst, als er über das Areal geht. Der Oberbürgermeister der Stadt Freiberg ist zu Besuch auf dem Gelände der Asylbewerberunterkünfte nahe der Chemnitzer Straße. Hier, direkt neben der Glück-Auf-Turnhalle, die schon einige Zeit belegt ist, wuchs in den letzten Tagen ein großes Zelt aus dem Boden, worum es erheblichen Ärger gab. Denn erfahren hat das Stadtoberhaupt davon erst, als die Arbeiten längst im Gange waren. Ebenso wie die Anwohner der Brückenstraße, die nun in direkter Nachbarschaft zu der Unterkunft leben. Mit ihnen hat sich Krüger erst kürzlich getroffen, ihre Befürchtungen angehört und versprochen, das ihm Mögliche zu tun. Beim Vororttermin vergangenen Freitag macht er diese Ankündigung wahr. "Besonders das Heizungsproblem und die damit verbundene Lautstärke muss im Sinne der Anwohner gelöst werden", sagt er deutlich zu Peter Darmstadt, Chef der Abteilung Asyl und Ausländer der Landesdirektion. "Es hätte dabei dringend mehr Rücksicht genommen werden müssen." Darmstadt selbst entschuldigte sich. "In der Kommunikation mit Freiberg haben wir uns nicht so nicht immer so verhalten, wie wir es sollten", gesteht er ein. Doch habe sich das mittlerweile gebessert. 20 Meter breit und 50 Meter lang ist die Zelthalle. Hinzu kommen noch einmal zehn Meter Sanitärtrakt. "Das ist alles andere als luxuriös hier", konstatierte Sven Krüger nach der Besichtigung. Es sind sieben abgeteilte Schlafräume und ein Aufenthaltsraum vorhanden. "Wir gehen mit 150 Plätzen an den Start", sagt René Illig vom Deutschen Roten Kreuz. Etwa drei Monate bleiben die Asylbewerber hier, werden ersterfasst und erstversorgt, bevor man sie weiter verteilen kann. "Die größte gesundheitliche Bedrohung sind die Erkältungskrankheiten", weiß Peter Darmstadt. "Dafür wird der notwendige Schutz vorgenommen." Wie lange das Zelt stehen bleibe, das vermochte niemand zu sagen. Es wurde jedoch versichert, dass bei rückläufigen Asylbewerberzahlen Zelte die ersten Bauten sind, die wieder verschwinden werden.