Eine Auszeit im Oederaner Museum

Sonderausstellung Als das Coronavirus noch unbekannt war

Oederan. 

Oederan. "Viele Menschen leiden unter einer für sie hinderlichen Unbeholfenheit in Rede und Schrift. Sie haben Mühe, sich klar und gewandt auszudrücken, sie kämpfen mit den nun einmal geltenden Regeln der Sprache?" Was bereits vor 75 Jahren in einem Buch beklagt wurde, gilt heute noch immer. Nur ein Beispiel: Allenthalben heißt es "für was". Dabei gibt es doch das viel schönere "wofür".

Das Buch, es liegt neben einer alten Continental-Schreibmaschine und anderen Utensilien auf einem Schreibtisch in der derzeitigen Sonderausstellung im Museum Oederan. Diese trägt den Titel "Also lautet ein Beschluß: Daß der Mensch was lernen muß" und lädt die Besucher ein, in ihr früheres Schulleben einzutauchen. Und das kann man wahrlich: Da reihen sich Lehrbücher und Schreibgeräte aus verschiedenen Jahrzehnten in den Vitrinen, Spitzer und Locher, Malkästen und Lineale. Man kann Mathearbeiten und Zeugnisse entdecken, Fotos von der Einschulung und von Klassenfahrten, Urkunden und Poesiealben und sogleich wird sich jeder an die Essenmarken erinnern, der sie je in der Hand hatte.

Man wundert sich, welch altertümlich anmutende Gerätschaften die Lehrer noch bis in die 1980er Jahre verwendeten. "Die Ausstellung zeigt Exponate aus dem Museumsfundus und der Oberschule Oederan sowie von Bernd Köhler, Annett Barth und Andreas Seltmann in einer übergreifenden Aneinanderreihung zur Schulgeschichte", so Museumsleiterin Ramona Metzler. Ein besonderer Hingucker sind die geschnitzten Figuren, die Paul Pietrzick zu Wilhelm Buschs "Bubengeschichten" schuf. Das Motto der Sonderschau ist dem vierten Streich der Lausbuben Max und Moritz entnommen. Die Ausstellung, die natürlich auch für jüngere Leute sehenswert ist, wie die Vorschulkinder aus der Kita Kitz bestätigen, ist bis zum 1. November im Museum zu sehen. Zurzeit sind Führungen und Sonderveranstaltungen als Begleitprogramm nicht möglich. Geöffnet ist Dienstag bis Sonntag von 12 bis17 Uhr.