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Eine Begegnung mit der Familiengeschichte

Fund Wie ein Grabstein wieder auftauchte

Dorfchemnitz. 

Dorfchemnitz. Selbst hat Frank Ruscher nie in der Stuhlfabrik von Großvater und Vater in Dorfchemnitz gearbeitet. "Man sagte mir, ich solle ruhig was Richtiges lernen", schmunzelt er. "Und so wurde ich EDV-Techniker." Die Stuhlfabrik existierte von 1919 bis 1976 und war zur Hochzeit des Gewerbes eine von fünfen im Ort. Ihre Besonderheit ist vor allem, dass der Maschinenraum mit seinen Apparaturen noch im Originalzustand erhalten ist. Und obwohl Ruscher eben kein Hohepriester der Stuhlherstellung wurde, zeigt er heute noch gerne den Interessierten, wie hier einst gearbeitet wurde.

Sanierungsarbeiten bringen Ungewöhnliches ans Licht

Das ehemalige Fabrikgebäude steht direkt neben dem berühmten Eisenhammer, jenem technischen Denkmal aus dem 14. Jahrhundert, welches mit Wasserkraft betrieben wird. Am vergangenen Wochenende wurde beim Hammerfest die Fertigstellung wichtiger Sanierungsarbeiten gefeiert. Und bei denen geschah etwas, das im direkten Zusammenhang mit Frank Ruscher steht. Die Arbeiter Dirk Lippmann und Jörg Schmerler vom Baumontageservice Schurig entdeckten bei Erdarbeiten für den neuen Oberlauf des Eisenhammers einen ungewöhnlichen Stein.

Ungewöhnlich deshalb, weil er bearbeitet war und dennoch unter der Erde lag. Bei näherem Hinsehen entpuppte sich das Ganze als ein Grabstein, der überaus gut erhalten war. Auf der Emailleplatte ist zu lesen, dass der Waldarbeiter Karl Moritz Schubert aus Friedebach, der von 1841 bis 1914 lebte, von seiner Familie betrauert wird. Zu seiner heutigen Familie gehört Frank Ruscher. "Das war mein Urgroßvater mütterlicherseits", erzählt er. "Und nun ist das Erstaunen der Verwandtschaft groß." Den Stein hebt er natürlich auf. Unter normalen Umständen gäbe es ihn schon gar nicht mehr. Nun könnte er sogar einen Ehrenplatz an der alten Stuhlfabrik erhalten.



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