Eine Entdeckung im Volkskunsthaus

Kunst Diese "Coneys" sind keine Kaninchen, sondern moderne Holzfiguren

Um es positiv auszudrücken: Der Besucherstrom zum Volkskunsttag am Sonntag im Haus am Klein-Erzgebirge war eher verhalten. Das regnerische Wetter und den verkaufsoffenen Sonntag machte Mitarbeiterin Sigrid Siegert als die wahrscheinlichen Gründe dafür aus. Dabei konnten auch bei der neuerlichen Auflage zahlreiche Handwerker hautnah erlebt werden. Zum ersten Mal unter den Akteuren: Michél Müller. Der gelernte Holzspielzeugmacher, der bei der Firma Werner in Seiffen arbeitet, zeigte die alte Kunst des Spanbäumchenstechens, die er genauso gut beherrscht wie das Drechseln und Schnitzen. "Gehört ja auch alles zu unserer Ausbildung", so der 28-Jährige.

Der Neuhausener präsentierte zudem bemerkenswert moderne Figuren und eine genauso verblüffende Entstehungsgeschichte derselben: "Ich habe tatsächlich davon geträumt. Bin dann in den Betrieb gefahren und habe die erste Figur gedrechselt. Das war der Angler." Inzwischen gibt es fünf der Figuren, die Michél Müller "Coneys" genannt hat. "Cone bedeutet auf Englisch konisch. Dass Coney Kaninchen heißt, habe ich allerdings erst später rausgefunden", lacht der junge Mann, der inzwischen ein Gewerbe angemeldet hat und die Coneys natürlich auch verkauft. Die dürften bald ihre Freunde finden, denn die moderne Umsetzung traditionellen Handwerks liegt im Trend. Auch die Farbe ist etwas Besonderes: "Sie ist gebeizt und verdeckt so nicht die Struktur des Holzes", erklärt der Fachmann, den es trotz weniger Besucher in Oederan gefallen hat. su