"Eine Hälfte ist nicht genug"

Aktion Kinder, Erzieher und Eltern für bessere Kita-Qualität

Mulda. 

Mulda. Im Naturkinderhaus Mulda war in der vergangenen Woche "Hälfte-Tag". Was man darunter versteht, das erläuterte die Leiterin der Einrichtung, Andrea Dolatkiewicz, den Eltern. Mit der Veranstaltung war man zum Weltkindertag dem Aufruf der Graswurzelinitiative gefolgt. Diese macht sich für eine spürbare Verbesserung der Qualität in sächsischen Kitas stark, weil noch nicht mal die Hälfte notwendiger Forderungen umgesetzt ist.

Die in Aussicht gestellte Anerkennung von Vor- und Nachbereitungszeiten wird wahrscheinlich nur mit zwei Stunden pro Woche statt vier erfolgen und das vermutlich erst im Herbst 2019. Unter dem Motto "Die Hälfte ist nicht genug" konnten sich deshalb die Eltern im Hort und in der Kita auf zahlreichen Plakaten und Karikaturen einen Überblick über die Anforderungen des Erzieherberufs verschaffen. Viele Eltern zeigten sich überrascht von der Aktion, hörten den Erziehern bei einer halben Tasse Kaffee aber aufmerksam zu.

Für die Kinder war es an diesem Tag spannend, nur die halben Wege und Treppen zu benutzen, aber auch schwierig, den Ball nur auf der einen Seite der Tischtennisplatte zu halten. Auf die aufgeregte Frage der Kinder, ob das jetzt so bleibt, konnten die Erzieher entwarnen: "Wir geben uns nicht mit der Hälfte zufrieden." Mit der Unterstützung des Trägers Kinderarche Sachsen und vieler Eltern will das Team des Hauses weiter dafür kämpfen, dass Sachsen nicht mehr das Schlusslicht im Betreuungsschlüssel ist.