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Eine interessante Unterwelt

Höhler Alte Gänge in Meerane waren einst Lager

Der Teichplatz, die Italienische Treppe, die Kirche St. Martin und weitere Gebäude sorgen mitten in Meerane für ein sehenswertes Ensemble, mit interessanter Geschichte. Nicht weniger interessant, aber auf den ersten Blick nicht sichtbar, sind die Anlagen der Meeraner "Unterwelt". An verschiedenen Stellen gibt es unterirdische Gänge. "Im Mittelalter war die Nahrung für die Menschen ja stets knapp und da kam automatisch das Problem der Lagerung", erklärt Bergbauingenieur Manfred Höbald den Hauptgrund dafür, dass am Meeraner Burgberg, weiteren Standorten in der Stadt sowie in vielen anderen Orten Gänge ins Gestein gemeiselt wurden. Laut Höbald sind die ersten Meeraner Höhler bereits im 14. Jahrhundert entstanden. Sie wurden in den Zechstein, der andernorts auch als Rotliegendes bezeichnet wird, hineingetrieben. Das Material ist nicht allzu hart, sodass der Aufwand vertretbar war.

Immer donnerstags öffnet das Meeraner Höhlermuseum, das es seit 2012 gibt. Führungen finden regulär um 10, 11 und 13 Uhr statt. Sonderführungen können mit bei der Stadtverwaltung Meerane/Referat Tourismus/Marketing im Alten Rathaus (Markt 3) unter der Rufnummer 03764/ 1859448 vereinbart werden. Im Sommer bieten die Anlagen den Besuchern Erfrischung, im Winter scheint es dagegen warm zu sein. Denn die Temperaturen in den Höhlern liegen stets im Bereich zwischen acht und zwölf Grad. Nachdem sie lange Zeit als Lagerräume genutzt wurde, dienten sie im Zweiten Weltkrieg auch als Luftschutzanlagen. Danach verwahrlosten sie einige Jahrzehnte lang, ehe sie ab 1990 von der Meeraner Höhlergruppe erkundet, beräumt und gesichert wurden. Im Bereich unter der Kirche wurden sie massiv ausgemauert. Heute sind rund 350 Meter der Ganganlagen begehbar. Der Eingang befindet sich im Höhlermuseum am Meeraner Teichplatz.



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