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Eine neue Heimat in Sachsen

Geschichte Wanderausstellung zeigt Schicksale von Vertriebenen

Limbach-Oberfrohna. 

Limbach-Oberfrohna . Eine neue Heimat - was für Jugendliche heute wie eine spannende Chance klingt, in einer anderen Region der Welt ein neues Leben zu beginnen, war für die Vertriebenen im Zweiten Weltkrieg eine Katastrophe. "Heimat wird immer mit etwas Positivem verbunden, mit Familie, Freunden und Geborgenheit. In unserer Zeit ist es nur schwer nachzuvollziehen, was ein unfreiwilliger Heimatverlust für die Betroffenen bedeutet", sagte Stadtkämmerer Carsten Schmidt kürzlich bei der Eröffnung der Wanderausstellung "Unsere neue Heimat - Sachsen" in der Aula des Albert-Schweitzer-Gymnasiums. Auf 30 Schautafeln sind dort die Schicksale von vertriebenen Frauen, Männern und Kindern aus verschiedenen Regionen, wie Schlesien, Ostpreußen oder Ungarn dokumentiert, die ein neues Zuhause in Sachsen gefunden haben. "Das sind keine Geschichten von Randgruppen, sondern von einem großen Teil der sächsischen Bevölkerung", sagte Irmtraut Schirotzek. Sie musste im Zweiten Weltkrieg mit ihrer Familie aus Schlesien fliehen und hatte gemeinsam mit ihrem Mann Winfried vor ein paar Jahren die Idee zu der Wanderausstellung. Allein eine Million der insgesamt 14 Millionen Vertriebenen haben im Freistaat damals eine neue Heimat gefunden, wusste sie zu berichten. "Zwanzig Prozent der Bevölkerung in Sachsen sind also selbst oder durch ihre Vorfahren auch heute noch von dem Thema Vertreibung betroffen", erzählte die nun in Dresden lebende Seniorin. Die Ausstellung ist für Publikum heute von 15 bis 18 Uhr zu sehen.