Eine Pyramide als doppeltes Lottchen

Holzkunst Joachim Friedrich und andere Frankenberger stellen in Oederan aus

Die Frankenberger Pyramide gibt es gleich zwei Mal. Das Original steht auf dem Markt der Stadt, die Miniaturausgabe derzeit in einer Ausstellung im Museum der Stadt Oederan. An beiden Exemplaren hat Joachim Friedrich einen großen Anteil. "Ich erinnere mich noch, dass es viele Leute waren, die beim Bau der Pyramide für Frankenberg helfen wollten, nachdem der Gewerbeverein dazu aufgerufen hatte. Am Ende waren wir noch zu zweit", sagt der Spielzeug- und Stellmacher. Die Unterstützung seitens der Frankenberger Gewerbetreibenden blieb aber ungebrochen, und so drehte sich die 8,15 Meter hohe Pyramide mit den für Frankenberg typischen Figuren 2002 zum ersten Mal auf dem Markt.

Sechs Jahre später stellte Joachim Friedrich die Miniaturausgabe im Maßstab von 1:10 vor. "Ich habe die Zeichnungen des Originals verwendet. Schwierigkeiten gab es allerdings bei dem filigranen Zaun, der ließ sich einfach nicht aus dem Sperrholz schneiden", erinnert sich der mittlerweile 75-Jährige. Da halfen die Mitarbeiter der Gahlenzer Firma Erzgebirgische Holzkunst, die den Zaun mit Lasertechnik aus dem Holz schnitten. Die Figuren der kleinen Pyramide hat der Zwickauer Gunter Hampel geschnitzt.

Steigt man im Museum Oederan die Treppe zur Weihnachtsausstellung hinauf, fällt Friedrichs Pyramide sogleich ins Auge. Insgesamt sind es rund 100 Exemplare, die von rund 40 Leihgebern zur Verfügung gestellt wurden. Die Schau bietet sozusagen einen Querschnitt künstlerischen Volksschaffens im Erzgebirge, denn es sich nahezu ausschließlich Eigenbaumodelle. Darunter sind auch Exponate weitere oder ehemaliger Frankenberger Bürger. So hat Werner Schmieder aus Frankenberg im Jahr 1974 eine Pyramide aus rund 3000 Streichhölzern gefertigt. Den Inhalt von 47 Schachteln Streichhölzern verbaute er in rund 60 Stunden zu einer Pyramide, die früher mit Kerzen betrieben wurde. Und Klaus Mehlhorn hat drei Flaschenpyramiden für die Oederaner Ausstellung zur Verfügung gestellt und detailliert beschrieben, worin die Schwierigkeiten beim Bau bestanden.

Joachim Friedrich kann man zum Weihnachtsmarkt in Frankenberg beim Schaudrechseln im Archiv zuschauen, wo er zudem zum ersten Mal auch mit Kindern basteln möchte.