Eine ungewöhnliche Weihnachtsbotschaft

Tradition Seit mehr als fünf Jahrzehnten spielen die Oederaner Blasmusikanten zu Heiligabend in der Stadt

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Erstmals dokumentiert: Die Oederaner Blasmusikanten ließen sich auch vom Regen nicht bei ihrem alljährlichen Ritual stören. Hier spielen sie vor dem Seniorenheim Kastanienhof in Oederan. Foto: Ulli Schubert

Oederan. Die Zahl der Zuhörer an den ersten Stationen hält sich in Grenzen. Umso bemerkenswerter, dass die Oederaner Blasmusikanten unbeirrt die seit mehr als 50 Jahren bestehende Tradition ihrer Auftritte am 24. Dezember an verschiedenen Plätzen in der Stadt fortführen. "Das war schon immer so, aber uns macht es Spaß und An den Stufen sind es dann mehr Zuhörer. Dort haben wir viele Fans", sagt Bernd Talkenberger schmunzelnd. "Und viele kommen zum Abschluss auf den Markt." Er gehört mit Gosbert und Max Amrhein, Peter Merker, Gunter Strehlau und Bernd Wunderwald zu dem Sextett, das an diesem Heilig Abend beweist, dass sie auch traditionelle Weihnachtslieder sauber interpretieren können - selbst wenn der Wind die Notenblätter mal verweht.

Peter Merker, der in diesem Jahr Bernd Wunderwald als Vereinsvorsitzender ablöste, ist bereits zum 30. Mal bei dieser musikalischen Weihnachtsrunde dabei, bei Bernd Wunderwald wird es 2017 gar der 50. Auftritt sein.

Zum Start der Runde am Börnichener Gasthof ist auch Annelie Görner gekommen. "Für mich ist der Auftritt der Blasmusiker jedes Jahr traditionell der Auftakt in den Weihnachtsabend. Das möchte ich nicht missen. Danach besuche ich die Christvesper in die Kirche und dann gehe ich zu meinen Kindern." Derweil hat Andrea Lohse vom Gasthof Börnichen den Glühwein heiß gemacht, den neben den Musikern auch alle Zuhörer genießen dürfen. Als die Blasmusikanten an der B 173 Ecke Frankenberger Straße spielen, flüchten sie sich vor einem Regenguss unter einen Torbogen. Nach einem kurzen Intermezzo geht's weiter zur Durchfahrt, wo es ein Schnäpschen zum Aufwärmen gibt, bevor sie wenig später am Seniorenheim Kastanienhof auftreten. Dort bewegt sich die eine oder andere Gardine hinter den Fenstern, als die Trompeten und Hörner erschallen. Noch weitere acht Stationen liegen nun vor den Musikern, die übrigens bis hierhin an jedem Auftrittsort andere Titel spielten. Viele Oederaner sind zu diesem Zeitpunkt schon in der Stadtkirche eingetroffen, wo gleich die Christvesper beginnt. Danach können auch sie sich noch an diesem schönen Brauch der Oederaner Blasmusikanten erfreuen, wenn diese auf dem Markt ihre Instrumente an die Lippen setzen und musikalisch die Botschaft der Weihnacht verkünden.