Eines der ältesten Gebäude Mittweidas wird saniert

Denkmalschutz Erbgericht wird ein Museumshaus

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Durch große Schäden mussten viele Balken im Dachstuhl des Gebäudes auf der Kirchstraße 16 ersetzt werden. Foto: Brinkmann

Mittweida. Aus dem Haus Nummer 16 auf der Kirchstraße in Mittweida ist das Klopfen eines Hammers zu hören. Eine Kreissäge geht gellend los, fährt durch Material und verstummt wieder. Zwei Arbeiter verkleiden auf dem Dachboden des Hauses eine Wand.

Seit Oktober 2016 werden am ehemaligen Erbgericht auf der Kirchstraße 16 nachhaltige Sicherungen durchgeführt. Das Haus aus dem 17. Jahrhundert ist eines der ältesten in Mittweida. "Das Gebäude war vom Einsturz bedroht und wir wollten nicht, dass hier eine Lücke entsteht", sagt Oberbürgermeister Ralf Schreiber.

Wie ernst es mit der Bausubstanz war, zeigte das Gutachten eines Holzgutachters. Allein das Dachtragwerk war zu 70 Prozent durch Pilze und Fäule geschädigt. Das Haus hätte sich bereits zum Garten geneigt, erklärt Schreiber und ergänzt: "Wir hatten gehofft mehr bestehende Bausubstanz zu erhalten. Die großen Schäden ließen es aber nicht immer zu".

Finanzierung mithilfe eines Förderprogramms

Die starken Schäden am Haus erforderten es außerdem, dass die Sicherungen in vier Bauabschnitten erfolgten. Insgesamt verlängerte sich auch die Bauzeit um ein Jahr. Eigentlich war geplant, die nachhaltigen Sicherungen im April 2017 abzuschließen. Nun wird es Ende April 2018 so weit sein. Die bisherigen Arbeiten an der Kirchstraße 16 haben 650 Tausend Euro Brutto gekostet. Davon werden 80 Prozent aus dem Förderprogramm des Städtebaulichen Denkmalschutzes bezahlt.

Für die nun anstehenden Arbeiten hat sich die Stadtverwaltung um Fördermittel aus dem EFRE-Programm bemüht. So sollen 80 Prozent der Baukosten aus europäischen Mitteln und weitere 10 Prozent durch den Städtebaulichen Denkmalschutz finanziert werden. Eine genaue Summe kann genannt werden, wenn die Vertragsverhandlungen mit dem Architekten abgeschlossen sind.

Sanierung soll 2020 beendet werden

Die aktuelle Planung sieht vor, dass bis 2020 die Sanierung der Kirchstraße 16 abgeschlossen ist. Danach soll das für Mittweida historisch bedeutende Gebäude in den Museumsbetrieb eingebunden werden. Laut Schreiber soll im oberen Teil eine Sonderausstellungsfläche entstehen. Außerdem sind ein kleiner Vortragsraum und ein Büro denkbar. Der Dachboden wird als Lager genutzt.