Emotionaler Auftritt im Freiberger Dom: Die erste Abendmusik nach dem Zweiten Weltkrieg

Im Fokus steht die von Arthur Eger gespielte Abendmusik kurz nach Kriegsende 1945

Freiberg

Die Dresdner Geigerin Margret Baumgartl gestaltet gemeinsam mit Domorganist Albrecht Koch am Donnerstag, 3. Juli um 19.30 Uhr das nächste Orgelkonzert im Dom. Im Zentrum steht dabei das Programm der ersten Abendmusik nach dem Zweiten Weltkrieg, die der damalige Domkantor Arthur Eger nur wenige Wochen nach Kriegsende am 7. Juni 1945 im Freiberger Dom spielte. Auf dem Programm standen damals ausschließlich Werke von Johann Sebastian Bach: Zwei große freie Orgelwerke (darunter der berühmte d-Moll-Toccata), zwei Sonaten für Violine und Orgel sowie zwei Choralvorspiele, deren Liedverse vom Domchor gesungen worden. Der Freiberger Domchor ist so auch in der Abendmusik zu erleben und singt unter der Leitung von Clemens Lucke.

Eine bekannte Geschichte musikalisch untermalt

Artur Eger kam im Frühjahr 1945 von der Front und erhielt im Freiberger Krankenhaus schon wenige Tage nach seiner Heimkehr von einem Mitarbeiter der Stadtverwaltung die Bitte des sowjetischen Stadtkommandanten wie auch des Oberbürgermeisters überbracht, so schnell wie möglich wieder die Freiberger Abendmusiken aufzunehmen. Noch im Krankenhaus probte Eger mit Mitgliedern des Domchores. Am 4. Juni verließ er auf eigenen Wunsch das Krankenhaus, um Orgel üben zu können. Drei Tage später drängten sich der Überlieferung nach 3.000 Besucher im völlig überfüllten Freiberger Dom. Überregional berichteten Zeitungen von dem Konzertereignis. Selbst Kriegsgefangene in sowjetischer Gefangenschaft lasen davon, wie Eger später von Heimkehrern berichtet wurde.

Ein emotionaler Abend

Margret Baumgartl ist in Freiberg als Konzertmeisterin des Dresdner Barockorchesters regelmäßig zu erleben. Ihr Violinstudium absolvierte sie an der Hochschule für Musik in Dresden bei Günter Friedrich und am Konservatorium in München bei Urs Stiehler. Bereits seit dieser Zeit widmet sie sich der authentischen Aufführungspraxis Alter Musik auf historischem Instrumentarium und spielt als Barockgeigerin und -bratschistin in verschiedenen Ensembles wie z.B. der Lauttencompagney Berlin, dem Barockorchester Stuttgart, dem Anima Eterna Symphony Orchestra und der Gaechinger Cantorey. Ein wichtiger Wegbegleiter war Reinhard Goebel, mit dem sie von 2002 bis 2006 bei Musica Antiqua Köln eine intensive Zusammenarbeit verband.

Ticktes und Karten

Karten zu 10 Euro (ermäßigt 7 Euro) gibt es im Domladen sowie an allen bekannten Vorverkaufsstellen.

 

Habt ihr eine Meinung zu diesem Artikel oder einen Fehler entdeckt? Dann weist uns gern darauf hin.

Auch interessant für dich