Endlich wieder Bockbierzeit

Angezapft Jubiläumsanstich im Brauhof

Freiberg. 

Es mag ja sein, dass mit dem Erstarken des Herbstes die Zeit der vielen Biergärten unter freiem Himmel endet, doch kommt mit ihm ein anderes Vergnügen, nämlich das Bockbier. Am Freitagabend wurde zum 25. Mal der traditionelle Anstich des Freiberger Bockbieres vollzogen. Jedes Jahr darf jemand anderes die Schläge vollführen, die endlich den edlen Gerstensaft zum Fließen bringen. Diesmal fiel die Ehre dem neuen Oberbürgermeister der Stadt, Sven Krüger, zu. Mit drei wohl gezielten Hieben entledigte er sich souverän dieser Aufgabe und bracht noch auf andere Art die Verbundenheit Freibergs mit dem Brauhaus auf die Tagesordnung. "Die Biersteuer ist älter als die Sektsteuer und zudem eine Landessteuer", sagte er. "Es ist zu überlegen, bei festlichen Anlässen in der Stadt künftig mit Bier, statt dem obligatorischen Schaumwein anzustoßen." Dann blieben die entsprechenden Steuergelder zumindest im Freistaat. Der Bockbieranstich ist auch eine gute Gelegenheit, Bilanz zu ziehen. Ein erfolgreiches Jahr liegt hinter dem Brauhaus. "Trotz eines deutschlandweiten Rückgangs beim Konsum im 1. Halbjahr 2015 ist bei ostdeutschen Bieren ein Zuwachs von 0,6 Prozent zu verzeichnen", sagt Geschäftsführer Steffen Hofmann. Bei den Freibergern fällt er mit 1,4 Prozent sogar besonders gut aus. Auch weiterhin setzt man auf neue Ideen. Anlässlich der 750. Wiederkehr des Bierstreites mit Dippoldiswalde im nächsten Jahr werde bald ein neues Produkt vorgestellt, auf welches sich jetzt schon gefreut werden darf. Doch zunächst fließt erst einmal wieder das Bockbier. Zum Wohl.