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Energie durch Wasserkraft

Geschichte Burgstädter erfüllt sich einen Traum

Es ist das größte unterschlächtige Wasserrad welches in der Region zur Energieerzeugung eingesetzt werden soll. Gerd Bussenius hat es nach historischen Vorbild an der alten Mühle wieder aufgebaut. Es ist 5,30 Meter hoch und die 18 Schaufeln aus Lärchenholz sind beachtliche drei Meter breit. Bei optimalen Wasserzulauf erzeugt das Wasserrad 30 Kilowatt pro Stunde. Bis das soweit ist, muss der 55-Jährige aber noch warten. Warten auf eine Genehmigung, denn zur Inbetriebnahme hat er die Auflage eine Fischtreppe in den Chemnitzfluss einzubauen. "Das würde ich ja gern tun, aber mir fehlt noch die Bescheinigung der Fischereibehörde. Die Fischaufstiegshilfe wird 30 Meter lang. Sobald die errichtet ist, kann ich das Chemnitzwasser in meinen Mühlgraben fließen lassen", erklärt der Instandhaltungsmechaniker, der jetzt mit dem Einbau von Rollläden sein Geld verdient und für seinen Traum vieles in Eigenregie baut. Als er die alte Mühle aus dem Jahre 1528 vor 17 Jahren von der Gemeinde kaufte, gab es schon längst kein Wasserrad mehr und der Graben war mit Asche verfüllt. 1000 Tonnen musste er aus dem 150 Meter langen Mühlgraben als Sondermüll entsorgen. "Mit dem Wasserrad will ich alte Historie wieder erlebbar machen und ein Stück Industriegeschichte zeigen. Gern können Gruppen aus Kindergarten und Schule kommen und sich hier die Kraft des Wassers und die Erzeugung von Strom anschauen. Dafür habe ich Glasscheiben am Geländer angebracht zum durchschauen", erklärt Gerd Bussenius, der auch auf interessierte Radfahrer hofft, denn der neue Chemnitztalradweg führt an seinem Areal vorbei.

Wenn dieser fertig gestellt ist, liebäugelt Gerd Bussenius darüber hinaus eventuell mit einem kleinen Imbissstand. Bereits bei den letzten Mühlentagen konnten er und seine Frau Heike knapp 100 Besucher begrüßen. Dann bietet der 55-jährige Burgstädter Führungen an und berichtet über die Geschichte des Gebäudes. Über der Eingangstür ist ein Steinmetzzeichen von 1814 noch erkennbar. Damals erfolgte ein Umbau. Der letzte Müller in der Öl- und Brettmühle war auch ein Wasserbauingenieur, der das große Wasserrad projektierte und einbaute. afu



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