Eppendorfer schieben ihre Pyramide an

festmeile In der Kirche sind Engel und Bergmänner zu sehen

Eppendorf. 

Eppendorf. Das Ortszentrum von Eppendorf verwandelt sich am kommenden Wochenende in eine kleine Festmeile. Denn traditionell am 1. Advent schieben die Einwohner und ihre Gäste ihre Pyramide symbolisch an, um die Weihnachtszeit einzuläuten. So wird am Sonntag auch in die alte Schule Leben einziehen, denn Modellbahnanlage und Geschichtsausstellung können besichtigt werden. Rund um den Albertplatz werden ortsansässige Vereine und Händler mit ihren Ständen präsent sein, der Pfarrhof lädt zum Adventsmarkt ein.

Vom Turm der Kirche wird der Posaunenchor am Samstag ab 17.30 Uhr mit seinem Turmblasen für besinnliche Töne sorgen. Im Inneren des Gotteshauses findet am Sonntag ab 14 Uhr eine Ausstellung statt, die die Eppendorfer selbst mitgestalten können. "Wir wollen verschiedene Engel und Bergmänner zeigen, die in Besitz der Familien sind und uns für diesen Nachmittag leihweise überlassen werden. Diese können am Samstag zwischen 10 und 14 Uhr bei uns abgegeben werden", sagte Pfarrer Tom Seidel.

Rechtzeitig vor dem Advent ist mit der erfolgreichen Sanierung des Eingangsportals der größte Teil der Sanierungsarbeiten der Eppendorfer Kirche erledigt. Damit hat die Sanierung des Bauwerks, dass 1865 eröffnet wurde und mit 850 Sitzplätzen eine der größten Dorfkirchen Sachsens ist, nach vielen Jahren ein vorläufiges Ende gefunden. Mit der Aufarbeitung des Portals wurde der einheimische Steinmetz und Steinbildhauermeister Robin Weinhold beauftragt.

Sandstein nicht mehr zu retten

Die Vorgaben des Denkmalsschutzes waren klar. Es sollte so viel alte Substanz wie möglich erhalten bleiben. Doch diese These erwies sich als nicht umsetzbar. "Die ursprüngliche Oberfläche des aus der Nähe von Dresden stammenden Sandsteins wurden in den vergangenen Jahrzehnten immer wieder mit verschiedenen Zementmassen überschlämmt. Als wir diese Schichten abgetragen hatten, wurde schnell klar, dass der Stein nicht mehr zu retten war", berichtete Weinhold. Deshalb entschieden sich alle Beteiligten, das Portal neu zu bauen. Nur das darüber angebrachte Kreuz blieb erhalten. ""Wir haben damit im Sommer angefangen und zunächst in unserer Werkstatt an der Borstendorfer Straße aus Postaer Sandstein neue Elemente hergestellt. Danach erfolgte die Montage vor Ort", sagte Weinhold.

Für ihn und seine Firma war es nicht der erste Auftrag im Rahmen der Eppendorfer Kirchensanierung. "Wir haben zum Beispiel auch Fassadenteile, Außentreppen oder Teile des Fußbodens aufgearbeitet", sagt der Meister. Er sei stolz darauf, dass die Kirche auch mit seiner Hilfe wieder in neuem Glanz erstrahlt. Davon können sich die Besucher am Wochenende überzeugen.