Erich Loest per Knopfdruck

Einweihung Mittweidaer Dauerausstellung über Schriftsteller erhält neue Hör- und Videostation

Die 2011 eröffnete Dauerausstellung über das Leben und Wirken des in Mittweida geborenen Schriftstellers Erich Loest ist jetzt um eine Attraktion reicher. Besucher können dort künftig mittels Knopfdruck an zwei Audiostationen kurze Hörproben aus seiner Autobiographie "Durch die Erde ein Riss" sowie der beiden Romane "Swallow" und "Nikolaikiche" abrufen. Komplettiert wird die Ausstellung mit einer Videostation, die ein Interview mit dem 86-Jährigen zeigt, der am Sonntag extra in seine Geburtsstadt reiste, um die Technik einzuweihen. Loest zeigte sich dabei begeistert. "So etwas ist für mich völlig neu, denn bisher wurde von mir nur Literatur, aber keine filmischen Werke oder Hörspiele gesammelt, sagt der Ehrenbürger von Mittweida. Die Kosten für die Hör- und Videostation beliefen sich auf rund 10.000 Euro. Insgesamt 6.000 Euro hatte die "Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur" mitgetragen, nachdem dort die Stadt Fördergelder beantragte. Das sei nicht ohne Grund geschehen, erklärt Oberbürgermeister Matthias Damm, der die Ausstellung als Bereicherung für die Stadt sieht. "Daher wünsche ich mir, dass sie zukünftig vor allem von Schülern aufgesucht wird, möglicherweise als Ergänzung des Geschichts- oder Literaturunterrichts", sagte er. Technisch umgesetzt wurde das Projekt von der Mittweidaer IMM Prounique GmbH. In dem Studio des Mediendienstleisters der IMM-Gruppe wurden nicht nur die drei Hörproben vertont. Auch der komplette Schnitt des Interviews, bei dem Loest prägende Momente seines Leben erzählt, wurden dort realisiert. "Das Interview beinhaltet eine Auswahl von Antworten über Kindheit und Jugend, seine Heimatstadt Mittweida, dem Einfluss der nationalsozialistischen Zeit, seine journalistische Arbeit und Faszination zum Schriftstellertum", sagt Projektleiterin Sabine Herzberg, die den Schriftsteller bei den Dreharbeiten kennenlernen durfte.