Erinnerung an die dunkelsten Kapitel

Jahrestag Scholl-Gymnasium trägt seit sieben Jahrzehnten seinen Namen

Freiberg. 

Freiberg. Die Bühne der Aula im Haus "Albertinum" des Geschwister-Scholl-Gymnasiums Freiberg ist nur spärlich beleuchtet. Vieles von dem, was sich abspielt, bleibt im Dunkeln und ist nur schwer erkennbar. Die meisten der mitwirkenden Schüler stehen bei dieser Inszenierung selten im Rampenlicht. Das Licht erhellt die ganze Zeit vor allem einen Schreibtisch.

An diesem spielen sich die meisten Szenen ab, mit denen das Geschehen rund um Hans und Sophie Scholl, nach denen die Bildungseinrichtung im September 1949 benannt wurde, dargestellt wird. Hans und Sophie Scholl waren die bekanntesten Mitglieder der Widerstandsgruppe "Weiße Rose", die nach ihrer Entdeckung im Jahr 1943 von den Nazis hingerichtet wurden.

Die "Weiße Rose" soll nicht vergessen werden

"Die Freiberger Schule war übrigens die erste in ganz Deutschland, welche den Namen bekam", erzählt Isolde Lommatzsch, Musiklehrerin am Gymnasium und gemeinsam mit den Mitgliedern des künstlerischen Profils der zehnten Klassen für das Programm verantwortlich, welches insgesamt sechsmal in dieser Woche vor Schülern, aber auch anderen Gästen zur Aufführung kam.

Tatsächlich hat die Universität München erst im vergangenen Jahr durch einen bundesweiten Abgleich ermittelt, dass Freiberg die erste Stadt war, welche die Scholls in dieser Art ehrte. Der damalige Schulleiter soll sich sogar beim Vater der Geschwister selbst die Einwilligung dazu geholt haben. Sieben Jahrzehnte später sind die Mitglieder der "Weißen Rose" zwar nicht vergessen, doch geraten ihre Ideale immer mehr in den Hintergrund.

"Es waren junge Leute wie du und ich."

Auch, um dieser Entwicklung in den Köpfen entgegenzuwirken haben sich die Schüler intensiv mit der Widerstandsgruppe beschäftigt und eine eindrucksvolle Collage aus Liedern, Szenen und Lesung entwickelt. Neben dem Anliegen der Gruppe sollte dabei auch vermittelt werden, dass das alles normale Menschen waren, verliebt, romantisch und voller Lebenslust, so wie die Schüler heute auch.

"Es waren junge Leute wie du und ich", sagt Meret Kalkbrenner, die in der Inszenierung die Sophie Scholl spielt. Beeindruckend sei vor allem, dass sie nicht nur geredet, sondern auch gehandelt hätten, und für ihr Gewissen das Leben opferten.