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Erinnerung an die Opfer der Novemberpogrome

Jahrestag Gedenkveranstaltung soll auch junge Menschen erreichen

Freiberg. 

Freiberg. Die Erinnerung darf nie vergehen. Das war der Grundtenor der Gedenkveranstaltung zum 80. Jahrestag der sogenannten Reichskristallnacht, welche am 9. November 1938 das Fanal setzte, das in der massenweisen Vernichtung jüdischer Menschen gipfelte und somit zum Signal wurde für den größten Völkermord der Geschichte.

Zunahme des Antisemitismus unübersehbar

So drückte es Freibergs Oberbürgermeister Sven Krüger in seinen Worten aus, die er am vergangenen Freitag bei einer Gedenkveranstaltung im Dom St. Marien sprach. Doch war ihm wie auch allen anderen nicht allein das Erinnern wichtig, sondern vor allem die Gegenwart. "Es ist heute immer noch notwendig, darüber zu sprechen", so Krüger. Denn eine Zunahme des Antisemitismus sei hierzulande unübersehbar. "Wir müssen dagegen vorgehen." Mittelsachsens Landrat Matthias Damm, der die Veranstaltung tief bewegt verfolgte, bekannte sich dazu, das Gedenken vor allem an nachfolgende Generationen weiterzureichen.

Am selben Tag erst hatte er im Beruflichen Schulzentrum "Julius Weisbach" eine Ausstellung zu der Thematik eröffnet. "Ich bin sehr froh, dass es gelungen ist, da junge Menschen mit einzubinden", sagte Damm. "Sie können die Botschaft des Gedenkens weitertragen." Während der Veranstaltung im Dom erklang neben der Großen Silbermann-Orgel auch jüdische Musik, gespielt von der Klarinettistin Anja Bachmann.

Zeichen für die Gegenwart setzen

Schauspieler des Mittelsächsischen Theaters lasen zudem Texte des Heimatforschers Michael Düsing vor, der sich mit diesem Teil der Freiberger Geschichte befasst hat. "Ich bin sehr froh, dass dieses Gedenken stattfindet", sagte Düsing. "Es zeigt den Respekt gegenüber den Opfern und ist ein Zeichen für das Heute." Dompfarrer Urs Ebenauer setzte ein besonderes Zeichen, indem er eine große Glasscheibe auf dem Kirchenboden zerschellen ließ.



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