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Erinnerungen an schreckliches Unglück

Bergbau Neue Tafel gedenkt der Opfer im Abrahamschacht

Freiberg. Sie fuhren ein in den Berg, zu einer Nachtschicht unter Tage, tief im Freiberger Abrahamschacht. 13 Männer machten sich auf, um das Erz aus dem Fels zu schlagen, an jenem 29. Februar 1880. Über ein sogenanntes Fahrkunstgestänge gelangte man damals nach unten, stand dabei auf Trittbrettern und hielt sich an einem Griff fest. So taten es auch die 13 Bergleute. Da riss eine Kette, die Gestänge konnten der Überbelastung nicht standhalten und das Unglück war nicht mehr zu verhindern. Sie alle stürzten in die Tiefe. Neun von ihnen verstarben sofort, einer kurz darauf noch am Schacht, ein weiterer später im Krankenhaus. Nur zwei überlebten die Katastrophe mit schweren Blessuren.

140 Jahre später, wieder an einem Schalttag, dem 29. Februar, wurde dieses Geschehens auf den Anlagen des Abrahamschachtes würdevoll gedacht. Eine neue Gedenktafel erinnert an das Unglück, für die der Förderverein "Himmelfahrt Fundgrube", die Saxonia Standortentwicklungs- und -verwaltungsgesellschaft, die Silberstadt Freiberg, der Fremdenverkehrsverein, die Saxonia-Freiberg-Stiftung und die Historische Freiberger Berg- und Hüttenknappschaft Hand in hand gingen. "Bergbauhistoriker sagen uns, dass es sich dabei um das schwerste Freiberger Grubenunglück und vielleicht das schwerste des gesamten Erzbergbaus handelt", sagte Erich Fritz, Vorsitzender des Fördervereins Himmelfahrt Fundgrube bei der Einweihung.

Freibergs Oberbürgermeister Sven Krüger erinnerte daran, dass es nicht nur den Tod von elf Männern zu beklagen gab, sondern dass zudem die Hinterbliebenen in große Not gerieten. Doch habe es Unterstützung und Hilfe gegeben. Selbst Sachsen König Albert spendete einen hohen Betrag. "Solches Mitgefühl wünsche ich mir in unserer heutigen Zeit", so Krüger. Rainer Bruha vom Fremdenverkehrsverein dankte Udo Seltmann, auf dessen Initiative die Aufstellung der Tafel zurückgeht.

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