Eröffnung ohne den Künstler

Schau Installationen in der Turmgalerie

Kurt Grünlich ist Kunst, doch als Künstler nicht eine Person. Er ist viele und als solcher wohl der die Öffentlichkeit scheuende Ausnahmekünstler, wie es Laudator Frank Karbstein aus Gera zur Vernissage am Samstag in der Turmgalerie auf Schloss Augustusburg ausführte. Kurt Grünlich war wie immer nicht da, und der Rezensent auch nicht.

Die Ausstellung "Karpfen blau to go - Objekte, Konzepte, Rezepte" ist eine Installationsschau, die manchem Erstaunen, anderen Fragezeichen auf das Gesicht zaubert, dem einen ein Schmunzeln entlockt oder Kopfschütteln hervorruft. Kurt Grünlich schafft in seinen eigenwilligen Objekten eine neue Welt, in dem er Alltägliches anders kombiniert und damit Neues schafft, was ohne Kreuz- und Querdenken kaum zu erfassen scheint. Er beleuchtet Doppeldeutiges, bringt Skurriles hervor und verwirrt mit seinem Lebenslauf. Oder dieser ergänzt sein Schaffen lediglich? Weder ist er zahnlos noch zimperlich, eher ein Bulle, der unzählige Ehen überstanden hat, wie es der Laudator verdeutlichte. Trotzdem quält sich in ihm eine "geschundene Künstlerseele, die sich eine neue Heimat schafft". Teilstücke dieser wie der Speckgürtel, der Schwippsbogen oder das egozentrische Weltbild sind in der letzten Schau des Jahres noch bis zum 21. November zu sehen.