Europas einzige Universität mit eigenem Bergwerk: Natürlich in Sachsen

Jubiläum 100 Jahre Lehr- und Forschungsbergwerk Freiberg

Freiberg. 

Freiberg. Kraftvoll, fast schon inbrünstig erscholl am Ende des Festaktes zu 100 Jahre Lehr- und Forschungsbergwerk Reiche Zeche aus vielen Kehlen das Steigerlied. Eine Universität mit einem eigenen Bergwerk, das gibt es in dieser Form europaweit nur in Freiberg, auch wenn, wie Helmut Mischo, Professor für Rohstoffabbau und Spezialverfahren unter Tage, darstellte, andernorts schon viele ähnliche Bestrebungen im Gang seien.

Ein Exemplar bekamen die Ehrengäste gleich geschenkt

Mischo präsentierte während des Festaktes ein neues Buch, welches die Geschichte der Anlage erzählt. Unter dem Titel "Entdecker unter Tage 1919 - 2019" ist es nun im Buchhandel erhältlich. Die Ehrengäste auf der Reichen Zeche, die Botschafterin Chiles in Deutschland Cecilia Mackenna Echourren und Sachsens Umwelt- und Landwirtschaftsminister Thomas Schmidt sowie Ronald Werner, Ministerialdirigent des Sächsischen Staatsministeriums für Wissenschaft und Kunst, bekamen je ein Exemplar geschenkt.

Die Idee entwickelte sich bereits 1903

Schon auf Alexander von Humboldt, dessen 250. Geburtstag im September ansteht und der in Freiberg lernte, geht die Ausbildung unter Tage zurück. Sie war also immer schon ein Bestandteil der Lehrtätigkeit, konstatierte Helmut Mischo in seiner Festrede. Als 1903 beschlossen wurde, alle Freiberger Gruben stillzulegen, entwickelte sich die Idee des Lehrbergwerks. 1916 gingen die Alte Elisabeth und die Reiche Zeche an die Bergakademie, 1919 nahmen sie ihre neue Arbeit auf.

"Wir sind mit diesem Bergwerk eine Rarität", formulierte es TU-Rektor Klaus-Dieter Barbknecht. "Nicht nur weil wir es noch immer betreiben, sondern weil wir über Untertagetechnik verfügen, die weltweit einmalig ist." Labore und Forschungsstationen seien in der Tiefe zu finden. Künftig wird mit einem Forschungspfad diese Arbeit auch Besuchern nahe gebracht.