Fürstenzug verlässt Schloss Rochlitz

Museumskonzept Prachtvolle Kostüme machen Platz für Sonderausstellungen

Nachdem das Rochlitzer Schloss nach mehreren Jahren durch recht umfangreiche Bauaktivitäten stark beeinträchtigt war, wird es ab dem nächsten Jahr wieder in vollem Umfang begehbar sein. Und das dürfte nicht nur die Schlossverwalter freuen, sondern auch die Besucher, die ab April eine neue Dauerausstellung zu Gesicht bekommt. Sie trägt den Titel "Fett, einäugig, revolutionär" und wird ihren Platz im aufwendig restaurierten Fürsten- und Querhaus finden. "Die Ausstellung widmet sich den eher in Vergessenheit geratenen Wettinern Dedo, dem Fetten, Wilhelm, dem Einäugigen und Elisabeth von Sachsen, die hier alle einmal aktiv waren", erzählt Schlosssprecherin Carola Schwarze. Denn neben der Albrechtsburg in Meißen zählte früher genauso das Gemäuer in Rochlitz zu einem der wichtigsten Schlösser in ganz Sachsen, das oft Besuch von hohen Gästen bekam. Und dazu gehörten auch die heute größtenteils vergessenen Wettiner sowie andere Persönlichkeiten, die in Rochlitz residierten und deren spannende Lebensgeschichte in der Ausstellung reflektiert werden. "Bei der Konzeption wurde sehr darauf geachtet, dass die sanierten Räume des Fürstenhauses nicht mit Exponaten vollgestopft werden, denn in erster Linie soll auch die Baugeschichte des Gebäudes eine zentrale Rolle spielen", sagt Schwarze. Zudem wird es auch wieder neue Sonderausstellungen auf dem bereits über 1.000 Jahre alten Schloss zu sehen geben. Die erste soll 2014 im Palais ihren Platz finden, wo die Gäste seit 2007 den "Fürstenzug zu Dresden" mit ständig wechselnden Kompositionen bewundern können. Zurzeit zählt die Ausstellung 20 prachtvolle Kostüme, die allerdings von Mai bis Oktober 2014 vorerst ausquartiert werden müssen. "Denn die Räumlichkeiten werden für die Sonderausstellung "Eine starke Frauengeschichte - 500 Jahre Reformation" benötigt", erklärt Schwarze auf BLICK-Nachfrage. Während dieses Zeitraums wird der Fürstenzug auch an keinem anderen Ort des Schlosses zu sehen sein. Zu welchem Zeitpunkt er dorthin zurückkehrt und wo er dann untergebracht ist, steht bislang nicht fest. Laut Schwarze gibt es dazu noch keinerlei Entscheidung.