Fachkräftemangel ist nach wie vor ein Thema

Gesellenfreisprechung KFZ-Innung übergibt Zeugnisse

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Der stellvertretende Innungsobermeister Werner Pilz (2.v.r.) mit zwei der Besten: Julia Rentzsch und Frank Pietzonka. Foto: Wieland Josch

Freiberg. Der Saal des Brauhofes in Freiberg ist gut gefüllt. Zahlreiche Azubis, welche in den vergangenen Wochen ihre Prüfungen abgelegt haben, versammeln sich gemeinsam mit ihren Freunden und Verwandten, um in einer feierlichen Zeremonie ihre Abschlusszeugnisse zu erhalten und als Gesellen nach alter Tradition freigesprochen zu werden.

Die KFZ-Innung Sachsen-West/Chemnitz hat dazu am Mittwoch dieser Woche geladen. Die Sorgen der Innung, was ihren Nachwuchs angeht, sind noch immer nicht verschwunden. Das drückt sich schon in der Zahl der Abschlüsse aus.

Nicht nur immer alles schwarz malen

Waren es im vergangenen Jahr noch 35 erfolgreiche Abschlüsse bei sieben Durchgefallenen, so sind es diesmal 30, die es geschafft haben und fünf, welche bei den Prüfungen zu schlecht abschnitten. Zu denen, die ihre Sache gut gemacht haben, gehört mit Julia Rentzsch eine junge Dame. Die gebürtige Döbelnerin lernte beim Autoservice Käppler in Großwaltersdorf und will auch dort bleiben. "Ich habe einen Arbeitsvertrag bekommen", strahlt sie.

Auch Franz Pietzonka kann zufrieden sein. Auto Richter in Frankenberg bildete ihn nicht nur aus, sondern übernimmt ihn auch. Innungs-Geschäftsführer Frank Herklotz ist deshalb weit davon entfernt, immer nur alles schwarz zu malen. Im gesamten Kammerbezirk müsse man immer etwa 300 Ausbildungsstellen besetzen, sagt er. "Aktuell haben wir sogar 360 Lehrlinge zu verzeichnen." Damit steuere man durchaus gegen den allgemeinen Trend.

Fachkräftemangel wird sich nicht so schnell ändern

Schlecht sieht es bei den etwas älteren Fachkräften aus. "Die Tendenz, dass ausgebildete Fachleute aus dem mittelständischen Betrieb in die Industrie wechseln, ist nach wie vor vorhanden", sagt Herklotz. "Daran wird sich wohl auch nichts ändern." Deshalb ist es gut, wenn junge Kräfte gerne im Ausbildungsbetrieb bleiben, um sich dort weiterzuentwickeln.