Falsche Handwerker und Polizisten unterwegs

Kriminalität Polizei warnt vor Betrügern in Mittelsachsen

Freiberg/ Auerswalde. 

Freiberg/ Auerswalde. Die Polizei Mittelsachsen warnte heute vor Betrügern. In Freiberg kam es am Sonntag zu mehreren Fällen, in denen falsche Polizisten per Telefon herausfinden wollten, welche Wertgegenstände sich im Eigentum der Anrufopfer befanden. Drei Angerufene hatten daraufhin die "richtige" Polizei informiert. In den Telefonaten wurde den älteren Leuten von angeblich festgenommenen Einbrechern erzählt. Im Laufe des Gesprächs fragte man sie dann nach Besitztümern in ihren Haushalten. Die Polizei warnt wiederholt vor derartigen Anrufen!

Tipps der Polizei

• Geben Sie am Telefon niemals Auskünfte zu Ihren finanziellen Verhältnissen oder anderen vertraulichen Informationen, auch wenn die Anrufer behaupten, Mitarbeiter offizieller Stellen zu sein!

• Übergeben Sie weder Geld noch Wertsachen an Fremde! Die Polizei wird Sie niemals telefonisch auffordern, Ihre Wertsachen zu übergeben, Geld vom Konto abzuheben oder zu überweisen.

• Sprechen Sie über derartige Anrufe mit Angehörigen oder Vertrauenspersonen! Kontaktieren Sie Ihre örtliche Polizeidienststelle unter den offiziellen Rufnummern oder rufen Sie im Zweifel die Polizei über den Notruf 110!

• Geben Sie diese Informationen in Ihrem Bekanntenkreis weiter, besonders auch an ältere Menschen, die gezielt von Betrügern kontaktiert werden!

Falsche Handwerker ziehen Kunden über Tisch

In Auerswalde hingegen trieben falsche Handwerker ihr Unwesen. Mit den steigenden Temperaturen beginnt nun auch wieder die Zeit, um an Haus und Garten Renovierungsarbeiten durchzuführen. Dies nutzen aber auch Betrüger aus und versuchen mit minderwertigen Arbeiten teils horrende Preise zu erzielen. Der Polizei wurden in der vergangenen Woche zwei solcher Fälle angezeigt. Am Donnerstagmittag war den nach Hause kommenden Eigentümern ein Kleintransporter auf das Wohngrundstück in der Straße An der Autobahn gefolgt. Aus dem Transporter stiegen drei Männer. Diese luden sofort Arbeitsmaterialien sowie Werkzeuge aus und begannen am Nebengelass Dachrinnen und Fallrohre abzubauen. Jegliche Einwände der Grundstückseigentümer wurden durch die Bauarbeiter ignoriert. Letztlich bauten die Männer mehrere Dachrinnen und Fallrohre sowie Dachbleche neu an. Am Ende verlangten die Männer für die augenscheinlich minderwertigen Arbeiten mehrere tausend Euro.

Am Freitag war das Trio offenbar erneut in Auerswalde unterwegs. Am Morgen hatten sie sich auf ein Grundstück in der Karl-Marx-Straße begeben und den im Garten befindlichen Eigentümer auf die baufällige Dachrinne angesprochen. Mit der Aussicht auf ein günstiges Angebot hatte der Eigentümer der Reparatur zugestimmt. Doch das Angebot entpuppte sich am Ende als gar nicht günstig. Die veranschlagten 200 Euro wären nur der Meterpreis für die Dachrinnen. Die Handwerker forderten nun zunächst 4 000 Euro, reduzierten den Preis schließlich auf 1 500 Euro. Erst die Mitarbeiterin einer Bank, bei welcher der Grundstückseigentümer das Geld abheben wollte, machte ihn auf den mutmaßlichen Betrugsversuch aufmerksam. Die Zahlung des überhöhten Preises blieb dem Mann so erspart.

Wie hoch die Kosten für das Instandsetzen der nur provisorisch angebrachten Dachrinnen ausfallen, ist noch nicht bekannt. In beiden Fällen waren die Handwerker mit einem hellen Kleintransporter, mutmaßlich mit polnischem Kennzeichen, unterwegs. Die Männer sprachen deutsch mit Akzent. Die Betrugsmasche ist nicht neu. Die Täter suchen sich vorranging ältere Personen aus, die womöglich dankbar sind, dass ihnen die Arbeiten abgenommen werden und die überteuerten Preise nicht erkennen. Durch das energische Auftreten und die sofort beginnenden Arbeiten der Betrüger fühlen sich die Geschädigten überrumpelt und genötigt, den geforderten Preis zu zahlen. Die durchgeführten Arbeiten sind meist minderwertig und zu teuer.

Die Polizei rät:

• Lassen Sie sich von vermeintlichen Sonderangeboten nicht überrumpeln! Seriöse Handwerker kommen nicht unaufgefordert zu Ihnen.

• Holen Sie bei Arbeiten rund ums Haus verschiedene detaillierte Angebote, insbesondere von ortsansässigen Handwerkern, ein!

• Lassen Sie sich nicht unter Druck setzen und verweisen Sie unerwünschte Personen von Ihrem Grundstück!

• Ziehen Sie Vertrauenspersonen hinzu und verständigen Sie die Polizei!