Falsche Vorstellungen

Ausbildung Schere klafft auseinander

Die aktuelle Statistik der Arbeitsagentur Freiberg zeigt es deutlich: Immer weniger Jugendliche stehen immer mehr gemeldeten Ausbildungsstellen gegenüber. Diese Bilanz zog Jens Burow, Operativer Geschäftsführer der Arbeitsagentur, vergangene Woche. 1.618 Bewerbern stünden 1.856 Ausbildungsstellen zur Wahl, 145 mehr als noch im vergangenen Jahr. "Somit klafft diese Schere weiter auseinander", sagt Burow und gibt damit auch seiner Sorge Ausdruck. Denn die Tatsache, dass viele Ausbildungsstellen unbesetzt bleiben werden, hat viele Gründe. Beispielsweise würden von manchen Berufen völlig falsche Vorstellungen existieren. "Etwa der Textilreiniger", greift Jens Burow ein Beispiel heraus. "Das ist ein spannender, hochtechnischer Beruf mittlerweile, weit weg von dem Bild der Wäscherinnen in der Vergangenheit." Auch seien die Wünsche der Schulabgänger oftmals wenig nah an der Realität. Da gelte es, zu helfen, Alternativen zu suchen und zu finden. Ebenfalls ein Problem ist, dass zu viele Gymnasiasten nach dem Abi unbedingt ein Studium beginnen wollen statt eine duale Ausbildung. Hier sei etwas in Schieflage geraten und man sei froh, dass die Gymnasien sich auf diesem Gebiet der Information durch die Arbeitsagenturen öffnen. "In Deutschland liegt die Zahl der Studienabbrecher bei 25 bis 30 Prozent", so Burow. "Für viele von ihnen ist eine duale Ausbildung eine gute Lösung, die oft viel näher dran ist an ihren Interessen." Gemeinsam mit der IHK und der Handwerkskammer wolle man die Anstrengungen verstärken, mehr junge Menschen für die Berufsausbildung zu begeistern. "Es ist auch wichtig, die Jugendlichen in der Region zu halten", sagt Annette Schwandtke, Geschäftsführerin der IHK Chemnitz, Region Mittelsachsen. "Das Wissen über hervorragende regionale Betriebe ist noch zu lückenhaft."