Fast wieder wie im Original

Kirche Sanierung der Ladegast-Orgel in Tanneberg ist nahezu abgeschlossen

Orgelbauer Christian Max vom Zittauer Orgelservice ist gerade dabei, die Ladegast Orgel in der Tanneberger Kirche für die Orgelweihe am 1. November fertig zu machen. Seit Februar laufen die Restaurierungsarbeiten an der Orgel von 1838, welches das Gesellenstück von Friedrich Ladegast war. "Wir wollen den Originalzustand der Orgel wieder herstellen. Dazu gehört unter anderem, dass die Zinkpfeifen im Prospekt durch originale Zinnpfeifen ersetzt werden. Alle 470 Pfeifen wurden ausgebaut und überarbeitet. Auch erstrahlt das Instrument in der einstigen grünen Farbe, die sich auch in den Sitzbänken wiederholt", erklärt Jörg Möbius Kirchenvorstand der Gemeinde Reinsdorf-Beerwalde-Tanneberg. Allerdings bleibt mehr goldene Farbe erhalten wie ursprünglich, denn die Tanneberger Kirchgänger haben sich an das äußere Erscheinungsbild gewöhnt und wollen deshalb nicht auf die ganze goldene Verzierung verzichten. Die überholte Orgel bildet den Abschluss einer jahrelangen Sanierung der Dorfkirche. Es wurde das Dach erneuert, eine neue Decke eingezogen und Malerarbeiten ausgeführt. Dabei stieß man auch auf zwei zugesetzte romanische Fenster im oberen Bereich. Die Sanierung der Orgel kostet circa 64.000 Euro. "Dafür wurden schon viele Spenden gesammelt. Nun fehlen noch rund 10.000 Euro", weiß Möbius, der sich um die Finanzen kümmert und die Kirchen Tanneberg, Beerwalde und Reinsdorf betreut. Friedrich Ladegast, der 1818 in Hermsdorf bei Rochlitz geboren wurde, baute als Zwanzigjähriger die Tanneberger Orgel als Gesellenstück. 1846 ließ er sich in Weisenfels als selbstständiger Orgelbauer nieder und fertigte bis 1880 rund 125 Orgeln, davon sind circa 30 noch erhalten. 1882 im Alter von 65 Jahren überarbeitete Ladegast sein Gesellstück nochmals.