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FDP-Bundestagsmitglied Philipp Hartewig im Interview: "Die Impfpflicht wird wohl kommen"

Politik Philipp Hartewig sitzt seit diesem Jahr für Mittelsachsen und die Region im Bundestag. BLICK-Redaktionsleiter Marcus Hansel sprach mit ihm über Corona, neue Maßnahmen und die Impfpflicht.

Wie bewerten Sie die geplanten Verschärfungen der Corona-Maßnahmen durch den Bund und welche Maßnahmen halten Sie für am geeignetsten? Welche dürften keinesfalls kommen?

Generell müssen Maßnahmen, welche die Grund- und Freiheitsrechte unser Bürgerinnen und Bürger einschränken, stets auf's Neue auf ihre Notwendigkeit und Verhältnismäßigkeit geprüft werden. Dies gilt insbesondere auch für Ungeimpfte. Eine Ausweitung auf eine 2G-Regel auf den kompletten Einzelhandel und Ausgangsbeschränkungen sehe ich daher kritisch. Wenn jedoch die Krankenhäuser an ihre Belastungsgrenzen kommen und - wie in Mittelsachsen - die Ämter nicht mehr mit dem Versand der Quarantänebescheide hinterher kommen, sind wir auf einem anderen Niveau. Generelle Ausgangssperren lehne ich weiterhin ab.

Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer fordert einen harten Lockdown für Sachsen. Ist dieser gerechtfertigt?

Das Infektionsgeschehen und Inzidenzen im vierstelligen Bereich machen ein Handeln notwendig. Stand heute sehe ich aber noch keine Erforderlichkeit, da ein harter Lockdown immer eine absolute Ultima-ratio-Maßnahme ist. Dies würde die Bürgerinnen und Bürger meiner Meinung nach unverhältnismäßig einschränken.

Wird es in naher Zukunft eine generelle Corona-Impfpflicht in Deutschland geben?

Unser Grundgesetz garantiert in Artikel 2 jedem das Recht auf körperliche Unversehrtheit. Wenngleich die Vorteile einer Impfung in meinen Augen die möglichen Nachteile deutlich überwiegen, ist und bleibt es eine individuelle Entscheidung jedes Einzelnen. Ich glaube dennoch, die Impfpflicht wird kommen. Nur ein massiver Anstieg der Impfquote kann das verhindern. Ich selbst werbe für die Impfung, werde eine allgemeine Impfpflicht im Bundestag jedoch ablehnen.

Zum Abschluss noch ein Ausblick auf die kommende Zeit: Was wünschen Sie sich für 2022 für die Menschen in der Region?

Ich wünsche mir vor allem, dass diese Pandemie endlich insofern endet, dass wir wieder normal Freunde, Familie und Bekannte treffen können, Sport, Kultur- und Vereinsleben wieder möglich ist und dass unsere Selbstständigen und Unternehmer, das heißt auch insbesondere Ladenbesitzer und Gastronomen, nicht mehr jeden Tag ums Überleben kämpfen müssen. Ich wünsche mir eine Rückkehr zur Normalität vor Corona und dass die Bürgerinnen und Bürger in Mittelsachsen, Sachsen und überall gesund bleiben.