Finissage beendet einzigartige Schau

Historie Perltaschen-Ausstellung nur noch bis zum Sonntag

Mittweida. 

Mittweida. Die interessante Sonderausstellung "Perle für Perle - erzgebirgische und schwäbische Perltaschen" geht am Sonntag, um 14 Uhr mit einer Finissage zu Ende. Wer sich diese einzigartige Exposition noch nicht angeschaut hat, sollte das unbedingt noch tun: Es sind nicht allein die vielen mit Perlen versehenen Erzeugnisse, die gezeigt werden, wie Taschen, Beutel und auch Lampen, sondern vor allem die Techniken, mit denen diese Erzeugnisse hergestellt wurden, die beeindrucken. Darüber erfährt der Besucher bei dieser Exposition besonders viel. Insbesondere zur Finissage, wenn die beiden Perltaschen-Expertinnen Sabina B. Schürenberg und Bettina Levin - die Protagonistinnen der im Museum "Alte Pfarrhäuser" gezeigten Sonderausstellung - noch einmal über die beiden Zentren der Perltaschen-Herstellung in Deutschland sprechen: Baden-Württemberg und das Erzgebirge.

Doch zu dieser Finissage soll nicht nur gesprochen werden, denn es wird auch eine Perlenstrickerin erwartet, die praktisch vorführt, wie solche Kunstwerke aus Perlen hergestellt werden.

Nischenprodukte und Wissenswertes

Interessenten erfahren in dieser Schau viel Wissenswertes zu dieser Nischenproduktion Ende des 19. bis Mitte des 20. Jahrhunderts. So beispielsweise, dass sich speziell um die Stadt Gmünd im 19. Jahrhundert ein Produktionszentrum der Perlstrickerei entwickelt hat. Ausschließlich hier wurden damals Perltaschen als Massenware hergestellt. Insbesondere Blumen waren beliebte Perltaschen-Motive, aber auch Landschaften eroberten zunehmend den Markt. Besonders in Übersee fanden die Taschen viel Anklang.

Auch im Erzgebirge um Annaberg-Buchholz entwickelte sich eine Perltaschen-Industrie. Mittels Häkelgalon-Maschinen wurden einfache Perltaschen auch maschinell gefertigt, wodurch das Erzgebirge neben Baden-Württemberg ein anerkanntes Gebiet der Perltaschen-Produktion wurde. Mehrere begeisterte Besucher haben ihre positive Meinung zu dieser Schau im Gäste-Buch kund getan. So reiste eine Besucherin extra aus der Schweiz an, um diese schöne Ausstellung in Mittweida live zu erleben.