Flöha hat die erste Toilettenpapier-Drive-In-Station

AKTION Ernstes Problem - lockere Lösung.

Flöha. 

Flöha. Etwas ungläubig laufen derzeit die Menschen an der Kolibri-Eismanufaktur vorbei, die sich an der Kreuzung Bahnhof-/Rudolf-Breitscheid-Straße in Flöha befindet. Zwar hat Chef Daniel Ivandic aktuell geschlossen, dennoch gibt es im Außenbereich des schmucken Cafes ein Angebot, bei dem die Kunden ganz einfach nicht widerstehen können. Denn der 39-Jährige Unternehmer hat die "1. mobile Drive-In-Toilettenpapiertstation" der Großen Kreisstadt eingerichtet.

Dort kann man zugreifen und sich dieses menschlich notwendige, aber aktuell hoch begehrte Körperpflege-Utensil kostenlos mitnehmen. "Natürlich reagiere ich mit einem Augenzwinkern auf die derzeit stattfindenden Hamsterkäufe und die daraus resultierenden Engpässe in Sachen Toilettenpapier", sagte Ivandic.

Es war auch die Unvernunft der Gäste, die den umtriebigen Eis-Macher auf diese Idee brachte. "Als sich die Corona-Krise aufbaute, ich aber noch öffnen durfte, hat man mir auf dem Damenklo aus einem industriellen Toilettenpapierspender binnen kürzester Zeit rund drei Viertel davon abgerollt und mitgehen lassen.

In der Vorrichtung sind schätzungsweise mehrere 100 Meter bevorratet. Damit diese Leute nicht wieder kommen und sich gewaltsam Zutritt in meine Manufaktur und aufs WC verschaffen wollen, biete ich diese begehrte Ware jetzt gleich gratis an, um Schlimmeres zu verhindern", schmunzelt Ivandic.

Um dem Charakter des "Drive-In" gerecht zu werden, hat Ivandic auch mehrere Toilettenpapierrollen Richtung Fahrbahn angebracht, an denen sich die Autofahrer für "eilige Fälle" ein Stück zügig abrollen können. 

Zufällig bereits einen großen Posten bestellt

Möglich wurde diese Hygiene spendende Aktion nur, weil er bereits im Januar einen sehr großen Posten der kleinen Rollen im Großhandel für den Jahresbedarf der gastronomischen Einrichtung bestellt hatte. Und ganz zum Schluss bestätigte er den Flöhaern eine verantwortungsbewussten Umgang mit der Offerte.

"Ich habe jeweils zwei Rollen in Tüten abgepackt. Und die Passanten habe maximal zwei dieser Beutel mitgenommen: Das habe ich gesehen, da ich hinter der verschlossen Türe der Manufaktur vorgerichtet habe", lacht der Eis-Spezialist, dem es bei allem Humor natürlich viel lieber wäre, möglichst schnell wieder sein kühles Kerngeschäft ausführen zu können, statt "Drive-In-Manager" zu sein.