Freiberg bewältigt Löwenanteil

Asyl Missverhältnis bei Verteilung im Landkreis

Über die Probleme, welche die Unterbringung von zahlreichen Asylbewerbern in einem Zelt nahe der Brückenstraße bereitet, haben wir bereits berichtet. Vor allem die Bewohner eines zu nahe liegenden Hauses sind davon betroffen. Mit einer Petition wandten sie sich an den Oberbürgermeister Freibergs, Sven Krüger, und den Stadtrat. Beide erklärten sich zwar dafür formell nicht zuständig, aber, so sagt Krüger dazu, man habe dennoch eine Verantwortung. "Insofern ist die Petition auch eine Möglichkeit, mir durch den Stadtrat den Rücken stärken zu lassen für Gespräche mit dem Landkreis", erläutert der Oberbürgermeister. Er wolle für die Anwohner sehr bald eine Lösung. Es seien drei Einflüsse, welche besonders auf die Lebensqualität einwirken: Lärm, Licht und die Abgase des Dieselaggregates. Aber auch den Bewohnern des Zeltes selber gelte Aufmerksamkeit. "Ich halte eine Unterbringung dieser Art generell für menschenunwürdig", stellt Sven Krüger klar. "Ganz abgesehen davon, dass das Zelt an der völlig falschen Stelle steht." Das Sächsische Ministerium des Innern gibt ihm dabei Recht, aber es sei kein Alternativobjekt vorhanden. Um alle Möglichkeiten auszuloten soll nun wieder mit dem Kreis verhandelt werden. Derzeit leben zwischen 1.600 und 1.700 Asylbewerber in Freiberg, etwa 35 bis 38 Prozent von allen in Mittelsachsen. "Freiberg stemmt hier eindeutig den Löwenanteil", sagt Krüger. "während woanders nur sehr wenige oder gar keine Asylbewerber aufgenommen werden." Dieses Missverhältnis bei der Verteilung könne auf Dauer nicht funktionieren. Viel zu sehr werde nur auf Unterbringung geschaut. Was diese an Arbeit nach sich ziehe, werde nicht gesehen und berücksichtigt. "Wir leisten vieles", so Krüger. "aber ich sehe die Gefahr der Überlastung."