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4- Im Zehs konnten Besucher ihre Temperaturzonen im Körper vom Bildschirm ablesen Foto: Renate Fischer
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Wenn Freiberg nachts nach Zukunft klingt
Wer am Freitagabend über den Campus Nord der TU Bergakademie Freiberg lief, spürte schnell, dass diese Nacht mehr war als eine reine Leistungsschau. Die 10. Nacht der Wissenschaft und Wirtschaft hatte ein neues, kompakteres Konzept bekommen und genau das tat ihr gut. Zwischen Lampadiusstraße, Agricolastraße und Winklerstraße lagen die Angebote nah beieinander. Die Wege waren kurz, die Eindrücke dafür umso dichter.
Schon ab 18 Uhr füllten sich die Gebäude, Plätze und Labore mit Menschen, die wissen wollten, was Freiberg bewegt. Familien blieben vor Experimenten stehen, Jugendliche probierten sich aus, Studierende erklärten ihre Projekte und Unternehmen zeigten, wie eng Forschung und praktische Anwendung in dieser Stadt zusammengehören. Überall wurde gefragt, gestaunt, gelacht und ausprobiert. Wissenschaft war an diesem Abend nichts Abgehobenes, sondern etwas zum Anfassen.
Besonders stark wirkte, dass die TU Bergakademie und die regionale Wirtschaft nicht nebeneinander auftraten, sondern miteinander. In den Laboren, an Ständen und auf der Wirtschaftsmeile wurde sichtbar, wie viele Ideen in Freiberg entstehen und wie viele Menschen daran arbeiten, sie in die Zukunft zu tragen. Das Zentrum für effiziente Hochtemperatur Stoffwandlung (ZeHS) und die Universitätsbibliothek mit neuem Hörsaalgebäude öffneten ihre Türen. Mehr als 170 Beiträge machten deutlich, wie vielfältig diese Nacht war.
Auch für Jugendliche gab es diesmal deutlich mehr Angebote. Wer sich mit Studienplänen, Berufswünschen oder einfach mit der Frage beschäftigte, wohin die eigene Zukunft führen könnte, fand an diesem Abend viele Anknüpfungspunkte. Ein Escape Game für Abiturienten, die Science Show „Jack Pop‘s Circus of Science“, Einblicke in Forschungsthemen und zahlreiche direkte Gespräche machten den Campus zu einem Ort, an dem Zukunft plötzlich ganz konkret wurde.
Zu den Gästen gehörten auch Bürgermeister Martin Seltmann, Vertreter aus Stadt, Wissenschaft, Wirtschaft und Politik sowie Rektorin Professor Dr. Jutta Emes. Sie alle erlebten eine Nacht, die zeigte, wie stark Freiberg ist, wenn Universität, Unternehmen und Stadtgesellschaft gemeinsam auftreten.
Ein besonderer Höhepunkt kam um 23 Uhr, die 20-köpfige Band „Banda Comunale“ mit Musiker*innen aus Syrien, Palästina, Italien, Israel, Russland, Polen, Katalonien, dem Irak und Deutschland. Beim traditionellen Schichtwechsel um Mitternacht wurde das Steigerlied gesungen. Mit auf der Bühne standen unter anderem Dr. Andreas Handschuh, Chef der Sächsischen Staatskanzlei, und Professor Dr. Jutta Emes, Rektorin der TU Bergakademie Freiberg. Beide sangen kräftig mit und machten sichtbar, wie tief dieses Lied in der Region verwurzelt ist. In diesem Moment verband sich bergmännische Tradition mit wissenschaftlicher Gegenwart und dem Blick nach vorn.
Sensationell war auch das musikalische Erlebnis der Band. Sie trug den Abend mit Energie, Spielfreude und einer Stimmung, die lange nachklang. Wer bis dahin geblieben war, wurde mit einem Abschluss belohnt, der nicht nur laut, sondern lebendig war.
So wurde die 10. Nacht der Wissenschaft und Wirtschaft zu einem Erlebnis, das Freiberg von seiner besten Seite zeigte. Klug, offen, neugierig und voller Menschen, die Zukunft nicht nur erklären, sondern gestalten.
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