Freiberg setzt am Orange Day ein sichtbares Zeichen gegen Gewalt

Am internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen versammelten sich Menschen in Freiberg

Freiberg

Rund 150 Menschen hatten sich am internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen auf dem Schlossplatz in Freiberg versammelt. Die Feierstunde war vom Arbeitskreis Häusliche Gewalt Mittelsachsen organisiert und von der Gleichstellungsbeauftragten des Landkreises Mittelsachsen Annett Schrenk koordiniert worden. Beteiligt waren unter anderem das Frauenschutzhaus und die Koins als wichtigste Gewaltschutzeinrichtungen in Freiberg sowie weitere engagierte Initiativen.

603 Kerzen als mahnendes Zeichen

Bürgermeister Martin Seltmann begrüßte die Anwesenden und betonte, dass Gewalt gegen Frauen und Kinder niemals hinnehmbar sei. Die Stadt sagte zu, Betroffene mit ihren Möglichkeiten zu unterstützen und Hilfsangebote auszubauen. Er rief die Bürgerinnen und Bürger auf, bei Anzeichen von Gewalt nicht wegzusehen, denn sie ging die ganze Gesellschaft an.

Auf dem Schlossplatz legten die Organisatoren mit Kerzen die Zahl 603 auf den Boden. Sie stand für die Zahl der Opfer häuslicher Gewalt in Mittelsachsen im Jahr 2024 laut Polizeistatistik. In dieser Zahl waren auch männliche Betroffene enthalten, etwa Kinder. Dazu wurde die Fahne zum Aktionstag gehisst. Unter den Teilnehmenden befanden sich neben dem Bürgermeister, Leiter des Büros OB und Stadtrat Philipp Preißler, Anja Fiedler als Amtsleiterin für Kultur und Stadtmarketing, Organisatorin Marion Robacki, die Gleichstellungsbeauftragte Annette Schrenk sowie Vertreterinnen der Soroptimistinnen wie Katrin Pilz und Clubpräsidentin Constanze Reuter. Besonders hervorgehoben wurde Clubschwester Elfriede Schreiter, die das Freiberger Frauenschutzhaus nach der Wende gegründet und viele Jahre geleitet hatte. Als Stadträtin der CDU setzte sie sich dauerhaft für dessen Erhalt ein und war noch immer rund um die Uhr für das Frauenschutzhaus im Einsatz.

Kerzenmarsch durch die Innenstadt und Film zum Abschluss

Ein zentrales Symbol des Tages bildeten vier orangefarbene Bänke im Stadtgebiet. Die Freiberger Läufergruppe und die Initiative Freiberg für alle gestalteten eine Bank am Johannisbad. Die Soroptimistinnen finanzierten eine Bank am Kinopolis. Eine weitere Bank auf dem Schlossplatz wurde durch den Landkreis ermöglicht. Die vierte Bank am Mehrgenerationenhaus Buntes Haus auf dem Wasserberg wurde vom Ester von Kirchbach -Verein bereitgestellt.

Nach der Ansprache des Bürgermeisters zogen die Teilnehmenden in einem Kerzenmarsch durch die Straßen der Innenstadt bis zum Untermarkt. Im Projekt Tee Ei der Evangelischen Jugend im Kirchenbezirk Freiberg klang der Tag mit dem Spielfilm „Die Ungehorsame“ aus. Auch die Sparkasse unterstützte die Aktion mit Plakaten und Hinweisen an den Schaltern auf Hilfsangebote für Betroffene.