Freiberg wählt einen neuen Oberbürgermeister: Das sind die Kandidaten

BLICK.de hat den fünf Kandidaten vier Fragen gestellt

Freiberg

Die Freiberger wählen am 28. September einen neuen Oberbürgermeister. Ein zweiten Wahlgang, falls nötig, ist für den 26. Oktober angesetzt. Wahlberechtigt sind in Freiberg rund 30.500 Bürger.

Wahlvorstände aufgestellt

Alle Wahlvorstände für die 25 Wahlbezirke und 12 Briefwahlbezirke der Stadt sind aufgestellt. Insgesamt werden in der Stadt Freiberg erneut zirka 220 städtische Bedienstete und 90 ehrenamtliche Helfer dafür sorgen, dass die Wahl ordnungsgemäß abläuft. Die Wahlergebnisse werden noch am Wahlabend auf der städtischen Website veröffentlicht. Hier werden die Ergebnisse sofort nach den Meldungen aus den Wahllokalen eingestellt. Mit ersten Zahlen wird ab 19 Uhr gerechnet.

Briefwahllokal geöffnet

Für die bevorstehende Oberbürgermeisterwahl ist das Briefwahlbüro in der Stadtverwaltung Freiberg im Rathaus am Obermarkt bis einschließlich 26. September geöffnet, für Sonderfälle noch bis zum Wahltag, 15 Uhr.

Es ist im 1. Obergeschoss im Ratssaal barrierefrei für all jene wahlberechtigten Bürger und Bürgerinnen eingerichtet, die per Briefwahl wählen wollen oder die am Wahltag verhindert sind und deshalb nicht das für sie zuständige Wahllokal zur Abgabe ihrer Stimme aufsuchen können. Gewählt wird am Sonntag, 28. September. Die Wahlbenachrichtigungen werden derzeit versendet.

Bürger haben die Möglichkeit, die Briefwahl im Briefwahlbüro des Rathauses zu beantragen und durchzuführen. Sie können sich die Unterlagen auch zuschicken lassen und zu Hause wählen, indem sie entweder den Wahlscheinantrag auf der Rückseite der Wahlbenachrichtigung daheim ausfüllen und an die Stadtverwaltung schicken beziehungsweise den Antrag unter Wahlschein in Freiberg oder per E-Mail an [email protected] stellen.

Öffnungszeiten Briefwahllokal

Öffnungszeiten des Briefwahlbüros der Stadtverwaltung Freiberg Obermarkt 24 (Rathaus), 1. Obergeschoss, Ratssaal:

  • Montag 9 bis 16 Uhr
  • Dienstag 9 bis 18 Uhr
  • Mittwoch 9 bis 12 Uhr
  • Donnerstag 9 bis 16 Uhr
  • Freitag 9 bis 12 Uhr.
  • Am Freitag, dem 26. September ist von 9 bis 16 Uhr geöffnet.

 

Interview mit Steve Ittershagen:

Steve Ittershagen (48) ist Geschäftsführer des Vereins Welterbe Montanregion Erzgebirge e.V. Er ist verheiratet und Vater eines Sohnes. Er kandidiert für die CDU.

Welche Probleme in der Stadt brennen Ihnen besonders unter den Nägeln?

Begonnene Großprojekte wie Bahnhof, Museum und Ortszentrum Zug müssen erfolgreich beendet werden. Für die Zukunft sind klare Prioritäten nötig.

Welche Vorhaben in Freiberg haben für Sie Priorität?
Ich setze auf starke Wirtschaft und solide Finanzen: neue Flächen erschließen, Zusammenarbeit mit der TUBAF ausbauen, Bedingungen für Handwerk, Industrie und Start-ups verbessern, Bürokratie abbauen, Genehmigungen beschleunigen und den Bahnhof als Gründerzentrum entwickeln. Freiberg braucht einen stabilen Haushalt und mehr Fördermittel. Bei der Infrastruktur haben der Autobahnzubringer B101, eine verträgliche Ortsumgehung und der Radwegausbau Vorrang. Tourismus und Kultur will ich mit dem Welterbezentrum, einem Campingplatz am Soldatenteich und einer besseren Vermarktung stärken. Kultur bleibt für alle zugänglich - auch im Theater und im Tivoli! Sicherheit gewährleistet der Ausbau des Ordnungsdienstes, der Feuerwehren und des Katastrophenschutzes. Im sozialen Bereich geht es um vernetzte Pflege, altersgerechtes Wohnen und den Erhalt der Gesundheitsangebote. Kirchen und Glaubensgemeinschaften bleiben Orte des Miteinanders. Das Ehrenamt stützt den Zusammenhalt - dafür möchte ich einen Kleinprojektefonds und den "Tag der Ehrenamtsleuchten" einführen. Auch das Tierheim erhält verlässliche Unterstützung.

Was verbindet Sie persönlich mit Freiberg
Meine Familie ist hier verwurzelt. Hier wurde ich geboren, hier bin ich aufgewachsen. Bis heute engagiere ich mich in vielen Vereinen. Freiberg ist mein Lebensmittelpunkt, wo ich mit meiner Familie sehr glücklich bin.

Was ist Ihr Lieblingsort in der Stadt?
Die ganze Stadt! 

 

Interview mit Dr. Stefan Krinke:

Dr. Stefan Krinke (40) ist Oberingenieur Lehre an der TU Bergakademie Freiberg. Er ist verheiratet und hat zwei Töchter. Er ist parteilos.

Welche Probleme in der Stadt brennen Ihnen besonders unter den Nägeln?
Die Fahrpläne des ÖPNV wirkten früher stimmiger. Besonders ärgerlich ist heute die Bahnanbindung. Anschlusszüge werden im Winter oft verpasst. Mir ist das Problem aus Gesprächen mit Freibergern bekannt; bessere, direktere Routen und eine schnellere Taktung zu Stoßzeiten wären wünschenswert. Auch möchte ich dem Ärztemangel entgegenwirken. Zur Verbesserung dieser Situation gibt es Förderprogramme von Land und Bund, die ich einwerben möchte, um die Niederlassung neuer Mediziner in Freiberg zu fördern.

Welche Vorhaben in Freiberg haben für Sie oberste Priorität?
Die Verkehrswende: Eine sichere Verkehrslage bedingt die Analyse der gesamten Verkehrssituation, wozu auch die Einbeziehung einer Umgehungsstraße gehört. Die Belastungen und Gefahren durch beide Bundesstraßen sprechen dafür. Wohnungsbau und Modernisierung: Durch Umgestaltung der DDR-Neubauten in Maisonette- oder Großraumwohnungen mit Aufzügen, abgetreppte Blöcke mit Dachterrassen sowie Büroflächen, Einkaufsmöglichkeiten und Quartiertreffpunkte in Erdgeschossen. Eine zügige Erschließung oder Umwidmung von Brachflächen kann dem Wegzug junger Familien vorbeugen.

Was verbindet Sie persönlich mit Freiberg?
Freiberg ist meine Heimat - mein Lebensmittelpunkt. Ich bin hier aufgewachsen, habe hier die Schule sowie die Universität besucht. Meine Lehre zum Kaufmann habe ich hier absolviert und arbeitete später nach meinem Maschinenbaustudium bei Andritz (DBI). Mittlerweile bin ich an der TU Freiberg Oberingenieur für die Lehre. Freiberg hat mir sehr viel gegeben - es ist Zeit, etwas zurückzugeben.

Was ist Ihr Lieblingsort in der Stadt?
Ich habe viele Lieblingsplätze. Einer ist der Park der Generationen auf dem Wasserberg. Daneben sind für mich auch die Alte Elisabeth, Herders Ruhe und der Stadtwald Orte der Erholung. Mein Lieblingsplatz zum Kaffeetrinken ist seit Kindertagen das Café Hartmann.  

 

Interview mit Philipp Preißler:

Philipp Preißler (40) ist Leiter der Stabstelle Büro des Oberbürgermeisters/Stadtrat. Er verheiratet und Vater von zwei Söhnen. Er ist parteilos und wurde von den Freien Wählern Mittelsachsen nominiert.

Welche Probleme in der Stadt brennen Ihnen besonders unter den Nägeln?
Besonders wichtig sind mir stabile Finanzen der Stadt. Erst ein zukunftsstarkes Wirtschaftsleben in unserer Stadt ermöglicht die Investitionen von morgen. Ich möchte gemeinsam mit den Mitarbeitern eine serviceorientierte Verwaltung sicherstellen, die lösungsorientiert arbeitet. Gleichzeitig möchte ich den Dialog zwischen Stadt, Universität und Wirtschaft weiter stärken und neue Ansiedlungen von Gründern gezielt unterstützen. Zudem sind Ordnung Sicherheit und Sauberkeit sind für mich großes Ziel. Besonders an Brennpunkten möchte ich deshalb den Kontrolldruck erhöhen, um für mehr Sauberkeit und ein attraktiveres Stadtbild zu sorgen.

Welche Vorhaben in Freiberg haben für Sie oberste Priorität?
Der Bahnhof Freiberg ist für viele Besucher das erste, was sie von unserer Stadt sehen. Umso wichtiger ist es mir, dass die Sanierung fertiggestellt wird. Mit dem Welterbebesucherzentrum wird die Innenstadt weiter attraktiv und gleichzeitig eine Ruine beseitigt. Familien und Kinder sollen in Freiberg gute Bedingungen für Bildung und Entwicklung haben. Freiberg soll auch eine generationengerechte und lebenswerte Stadt bleiben. Für Jugendliche möchte ich gezielt Projekte gemeinsam mit einem neuen Jugendbeirat planen und umsetzten. Gleichzeitig will ich mit dafür einsetzen, dass sich die ältere Generation wohlfühlt - mit barrierearmen Wohnungen, guten Wegen und Plätzen sowie einer verlässlichen ärztlichen Versorgung vor Ort.

Was verbindet Sie persönlich mit Freiberg?
Hier bin ich geboren, hier arbeite ich und setzte mich weit über den Dienst hinaus ehrenamtlich in der Feuerwehr und der Historischen Freiberger Berg- und Hüttenknappschaft e.V. für diese wunderbare Stadt ein.

Was ist Ihr Lieblingsort in der Stadt?
Es ist schwer einen Lieblingsort zu benennen, denn mein Herz gehört der ganzen Stadt. Aber ich bin schon sehr gern in unserem Freiberger Tierpark.

 

Interview mit Christian Pudack:

Christian Pudack (42) ist Kaufmännischer Direktor und Prokurist im Kreiskrankenhaus Freiberg. Er ist verheiratet und hat zwei elfjährige Töchter. Christian Pudack ist parteilos.

Welche Probleme in der Stadt brennen Ihnen besonders unter den Nägeln?
Mein Wahlslogan ist "Gemeinsam Zukunft machen" - weil ich genau das vermisse: Dass die Menschen gemeinsam an einem Strang ziehen und Gutes für die Stadt und alle ihre Bewohner schaffen. Und als Zweites ist da der Aspekt Zukunft: Wir müssen mehr auf das schauen, was in den nächsten Jahren und Jahrzehnten auf uns und vor allem die jüngeren Generationen zukommt, und entsprechend handeln.

Welche Vorhaben in Freiberg haben für Sie oberste Priorität?
Um die Wirtschaft voranzubringen und neue Unternehmen nach Freiberg zu holen, will ich eine Ansiedlungsinitiative schaffen. Aber damit wir Firmen und Menschen auch dauerhaft in Freiberg halten, müssen wir unsere Stadt zukunftsfähig aufstellen. Dazu gehören moderne Mobilitätskonzepte, mehr Grün und Schatten in der Stadt sowie eine weltoffene Grundhaltung und eine engere Verzahnung mit der Universität.

Was verbindet Sie persönlich mit Freiberg?
Meine Frau und ich haben uns vor vielen Jahren dafür entschieden, nach Freiberg zu ziehen, weil uns die Stadt von Anfang an so gut gefallen hat. Durch meine Position im Krankenhaus lerne ich viele spannende Menschen aus den unterschiedlichsten Bereichen kennen, die mir zeigen, wie vielfältig unsere Stadt ist. Zudem habe ich tatsächlich auch etwas Freiberger DNA von meinen Großeltern, die von hier stammen.

Was ist Ihr Lieblingsort in der Stadt?
Das ist eine schwere Frage, denn Freiberg hat so viele wundervolle Orte. Umso mehr, wenn die Gesellschaft stimmt.  

 

Interview mit Jens Uhlemann:

Jens Uhlemann (63) ist verheiratet und Vater eines Sohnes. Der Metallurge mit Abitur ist derzeit als Möbelhändler und Gastwirt tätig. Er kandidiert für die AfD. 

Welche Probleme in der Stadt brennen Ihnen besonders unter den Nägeln?
Freiberg hat viele schöne Seiten - doch es gibt auch zahlreiche Probleme. Besonders am Herzen liegen mir die Themen Sicherheit und Ordnung, die zunehmend angespannte Verkehrssituation sowie die finanzielle Zukunft unserer Stadt. Ich setze mich zudem mit Nachdruck dafür ein, dass in Freiberg wieder faire und freie Wahlen möglich sind. Leider muss ich aus eigener Erfahrung berichten, dass meine Wahl- und Großplakate regelmäßig beschädigt oder gestohlen werden. Besonders erschütternd ist es, wenn in aller Öffentlichkeit, wie an einer Bushaltestelle, tagelang ein diffamierender Schriftzug wie "J. Uhlemann ist ein NAZI" stehen bleibt - trotz Anzeige. Solche Zustände widersprechen in meinen Augen den Grundwerten unserer Demokratie.

Welche Vorhaben in Freiberg haben für Sie oberste Priorität?
Ganz oben auf meiner Agenda stehen die Stärkung von Sicherheit und Ordnung sowie eine zügige, pragmatische Verbesserung der Verkehrssituation. Ich möchte, dass sich alle Bürger wieder wohl und sicher in ihrer Stadt fühlen können - ob auf dem Heimweg, im Straßenverkehr oder beim Stadtbummel.

Was verbindet Sie persönlich mit Freiberg?
Freiberg ist weit mehr als nur die Nachbarstadt meines Wohnorts - sie ist Teil meines Alltags. Ich bin beruflich fast täglich in der Stadt unterwegs, viele Freunde leben hier. Ich besuche regelmäßig Restaurants, nehme an kulturellen Veranstaltungen teil und bin auch kommunalpolitisch über das gemeinsame Gewerbe- und Industriegebiet Ost mit Freiberg verbunden. Die enge Verbindung hat über die Jahre meine Wertschätzung für die Stadt und ihre Menschen wachsen lassen.

Was ist Ihr Lieblingsort in der Stadt?
Die "Alte Elisabeth", der Obermarkt, aber vor allem die gesamte Altstadt mit ihrer historischen Architektur haben es mir angetan. Dieses einmalige Stadtbild zu bewahren, sollte uns allen ein Anliegen sein. Denn es ist nicht nur ein Stück Geschichte - es ist unser Zuhause.

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